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Gotteswort

28. Oktober 2018


30. Sonntag im Jahreskreis

Wenn Menschen innerlich nicht abgestumpft sind, tragen sie eine Sehnsucht in sich. „Am Meer verspüre ich Sehnsucht nach dem Ufer, das ich nicht sehe.“ (O. Baumgartner) Es ist die Hoffnung, dass das Leben weiter geht, ja dass es auf einem guten Weg ist, der ins Licht führt. Die erste Lesung und das Evangelium sprechen in diesem Sinn vom Unterwegs sein. Die 2.Lesung spricht vom Unterpfand unserer Hoffnung.

Kyrie

Christus, Sohn Davids und Hohepriester. Herr, erbarme dich.
Du hast dich für uns als Opfer hingegeben. Christus, erbarme dich.
Du schenkst uns das Licht des Glaubens. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Allmächtiger, ewiger Gott, mehre in uns den Glauben, die Hoffnung und die Liebe. Gib uns die Gnade, zu lieben, was du gebietest, damit wir erlangen, was du verheissen hast. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unser Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Jer 31,7–9

Die Heimkehr der Versprengten

So spricht der Herr: Jubelt Jakob voll Freude zu und jauchzt über das Haupt der Völker! Verkündet, lobsingt und sagt: Der Herr hat sein Volk gerettet, den Rest Israels. Seht, ich bringe sie heim aus dem Nordland und sammle sie von den Enden der Erde, darunter Blinde und Lahme, Schwangere und Wöchnerinnen; als grosse Gemeinde kehren sie hierher zurück. Weinend kommen sie und tröstend geleite ich sie. Ich führe sie an Wasser führende Bäche, auf einen ebenen Weg, wo sie nicht straucheln. Denn ich bin Israels Vater und Efraim ist mein erstgeborener Sohn.

Auf Gott vertrauen!

Der Prophet Jeremia verkündet die alte Hoffnung Israels: Gott ist für sein Volk wie ein Vater. Er wird sein Volk nicht im Stich lassen, sondern aus der Verbannung zurückholen in die Heimat. Selbst Behinderte, wie die Blinden, werden jubelnd zurückkehren in das Land Gottes, in die Heimat. In diesem Text klingen viele Motive der Frohbotschaft Jesu an: Freude, Rettung, Heimkehr, Trost, Vater und „erstgeborener Sohn“.

Antwortspalm

Psalm 126


R: Ja, Grosses hat der Herr an uns getan, darüber waren wir fröhlich.


Als der Herr
das Los der Gefangenschaft Zions wendete,
da waren wir alle wie Träumende.
Da war unser Mund voll Lachen
und unsere Zunge voll Jubel.

Da sagte man unter den andern Völkern:
«Der Herr hat an ihnen Grosses getan.»
Ja, Grosses hat der Herr an uns getan.
Da waren wir fröhlich.

Wende doch, Herr, unser Geschick,
wie du versiegte Bäche wieder füllst im Südland.
Die mit Tränen säen,
werden mit Jubel ernten.

Sie gehen hin unter Tränen
und tragen den Samen zur Aussaat.
Sie kommen wieder mit Jubel
und bringen ihre Garben ein.

2. Lesung

Hebr 5,1–6

Christus, der Hohepriester

Denn jeder Hohepriester wird aus den Menschen ausgewählt und für die Menschen eingesetzt zum Dienst vor Gott, um Gaben und Opfer für die Sünden darzubringen. Er ist fähig, für die Unwissenden und Irrenden Verständnis aufzubringen, da auch er der Schwachheit unterworfen ist; deshalb muss er für sich selbst ebenso wie für das Volk Sündopfer darbringen. Und keiner nimmt sich eigenmächtig diese Würde, sondern er wird von Gott berufen, so wie Aaron. So hat auch Christus sich nicht selbst die Würde eines Hohenpriesters verliehen, sondern der, der zu ihm gesprochen hat: Mein Sohn bist du. / Heute habe ich dich gezeugt, wie er auch an anderer Stelle sagt: Du bist Priester auf ewig / nach der Ordnung Melchisedeks.

Der mitleidende Hohepriester

Der jüdische Hohepriester war ein Mensch, berufen für das ganze Volk vor Gott zu treten, Sündopfer und Fürbitte einzulegen. Der Verfasser des Hebräerbriefes sieht in Jesus den alle Vorbilder überragenden, einzigartigen Hohepriester. Er kommt als Sohn Gottes von oben und soll Hohepriester und Mittler zwischen Gott und den Menschen sein. Er kommt gleichzeitig aus der Reihe der Menschen, kennt alle menschlichen Schwächen (die Sünde ausgenommen). Darum ist er ein mitleidender und mitfühlender Hohepriester. – Er macht das neue Gottesvolk, zu einem „königlichen Priestertum“. Alle dürfen und sollen mit Lob und Bittgebeten vor Gott hintreten.

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja. Unser Retter Jesus Christus hat dem Tod die Macht genommen und uns das Licht des Lebens gebracht durch das Evangelium. Halleluja.

Evangelium

Mk 10,46–52

Die Heilung eines Blinden bei Jericho

Sie kamen nach Jericho. Als Jesus mit seinen Jüngern und einer grossen Menschenmenge Jericho wieder verliess, sass an der Strasse ein blinder Bettler, Bartimäus, der Sohn des Timäus. Sobald er hörte, dass es Jesus von Nazaret war, rief er laut: Sohn Davids, Jesus, hab Erbarmen mit mir! Viele wurden ärgerlich und befahlen ihm zu schweigen. Er aber schrie noch viel lauter: Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir! Jesus blieb stehen und sagte: Ruft ihn her! Sie riefen den Blinden und sagten zu ihm: Hab nur Mut, steh auf, er ruft dich. Da warf er seinen Mantel weg, sprang auf und lief auf Jesus zu. Und Jesus fragte ihn: Was soll ich dir tun? Der Blinde antwortete: Rabbuni, ich möchte wieder sehen können. Da sagte Jesus zu ihm: Geh! Dein Glaube hat dir geholfen. Im gleichen Augenblick konnte er wieder sehen, und er folgte Jesus auf seinem Weg.

Initiation in den Glaubensweg

Der engere Jüngerkreis Jesu war wie mit Blindheit geschagen, wenn der Meister vom Weg zur Passion sprach. Bartimäus, anfänglich hilflos neben dem „Weg“ im Dunklen hockend, findet – nicht ohne aktives Bemühen – den Zugang zu Jesus und zum Licht des Glaubens, in welchem er begreift, was „Nachfolge“ ist. „Er folgt Jesus auf seinem Weg“ (10,52) hinauf nach Jerusalem. Darauf folgt bei Markus der Palmsonntag. – Die Erzählung von der Heilung des blinden Bettlers, der ein wahrer Jünger wird, schildert die Stufen der Einführung in den Glauben. Am Anfang steht eine stumme Sehnsucht und Ahnung. Nicht ohne Auseinandersetzung mit der Umwelt kommt es zur Annahme des einladenden Rufes Christi, dies ebenfalls mit der Hilfe anderer. Eigene Sicherheiten (der „Mantel“!) werden abgeworfen. Es folgen das Aufstehen (die Auferstehung in der Taufe!), das Weggeben und das Mitgehen mit Christus, dem geliebten Meister („Rabbuni“). – Taufbekehrung und Taufglauben werden von den Christen „Erleuchtung“ genannt. Sie sind zeitlebens zu erneuern.

Fürbitten

Christus, unser Hohepriester:

  • Vertiefe in der Kirche den Glauben, dass Gott unser Vater ist.
  • Wecke in allen Kindern Gottes die Sehnsucht nach dem Licht der Frohbotschaft.
  • Sei allen nahe, die unter einer Behinderung leiden oder fern ihrer Heimat leben müssen.
  • Weise allen suchenden Menschen den Weg der Wahrheit.
  • Erneuere in uns die Gnade der Taufe.
  • Hilf uns selber dir in Gotteslob und Fürbittgebet priesterlich zu dienen.

Himmlischer Vater, erneuere in uns die Gnade der Gotteskindschaft, und lass uns dich preisen im Heiligen Geist, durch Christus, unseren Herrn

Schlussgebet

Herr, unser Gott, gib, dass deine Sakramente in uns das Heil wirken, das sie enthalten, damit wir einst als unverhüllte Wirklichkeit empfangen, was wir jetzt in heiligen Zeichen begehen. Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn.

 
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