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Gotteswort

16. März 2018


Freitag der 4. Fastenwoche

Zwei Wochen vor dem Karfreitag spitzt sich ein Pro und Contra um Jesus zu. Der Hohe Rat hat nicht erkannt, wer Jesus aus Nazaret wirklich ist, und das Volk verlässt sich auf seine blinden Führer. – Fragen wir uns: Bin ich selber offen genug, um zu erkennen wie gross Jesus und wie gross das Geheimnis des Leidens ist, das auf ihn zukommt, wie es auf den „Gerechten“ des Alten Testaments zukam (1.Lesung)? Leiden ist auch ein Geheimnis in unserem Leben, dem wir uns stellen müssen.

Kyrie

Christus, du bist der Gesandte deines Vaters. Herr, erbarme dich.
Du bist der Messias. Christus, erbarme dich.
Dein Vater bürgt für dich. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Barmherziger Gott, du kennst unsere Schwachheit und unsere Not. Doch je hinfälliger wir sind, umso mächtiger ist deine Hilfe. Gib, dass wir das Geschenk dieser Gnadenzeit freudig und dankbar annehmen und dein Wirken in unserem Leben bezeugen. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Weish 2,1a.12–22

Kursichtig und böswillig

Die Frevler tauschen ihre verkehrten Gedanken aus und sagen: Lasst uns dem Gerechten auflauern! Er ist uns unbequem und steht unserem Tun im Weg. Er wirft uns Vergehen gegen das Gesetz vor und beschuldigt uns des Verrats an unserer Erziehung. Er rühmt sich, die Erkenntnis Gottes zu besitzen, und nennt sich einen Knecht des Herrn. Er ist unserer Gesinnung ein lebendiger Vorwurf, schon sein Anblick ist uns lästig; denn er führt ein Leben, das dem der andern nicht gleicht, und seine Wege sind grundverschieden. Als falsche Münze gelten wir ihm; von unseren Wegen hält er sich fern wie von Unrat. Das Ende der Gerechten preist er glücklich und prahlt, Gott sei sein Vater. Wir wollen sehen, ob seine Worte wahr sind, und prüfen, wie es mit ihm ausgeht. Ist der Gerechte wirklich Sohn Gottes, dann nimmt sich Gott seiner an und entreisst ihn der Hand seiner Gegner. Roh und grausam wollen wir mit ihm verfahren, um seine Sanftmut kennen zu lernen, seine Geduld zu erproben. Zu einem ehrlosen Tod wollen wir ihn verurteilen; er behauptet ja, es werde ihm Hilfe gewährt. So denken sie, aber sie irren sich; denn ihre Schlechtigkeit macht sie blind. Sie verstehen von Gottes Geheimnissen nichts, sie hoffen nicht auf Lohn für die Frömmigkeit und erwarten keine Auszeichnung für untadelige Seelen.

Der „Gerechte“ wird verurteilt.

Dieser Text wurde gegen 200 Jahre vor Christus in Alexandrien auf Griechisch verfasst. Eine jüdische Gemeinde lebte in der hochzivilisierten Grossstadt ganz anders als die grosse Mehrheit und behauptete, den einzig wahren Gott zu kennen. Wegen ihres Nonkonformismus fühlten sich die Juden verkannt. Immer wieder kamen Verfolgungen über sie, die Aussenseiter. Sie erscheinen in diesem Text personifiziert in der Gestalt des „Gerechten“. Er ist „pais“ (griech.), d.h. „Knecht“ oder „Kind“ Gottes. – Die Christen sehen in diesem Gerechten ein Vorausbild von Jesus, über den die Gegner ganz ähnlich aburteilten und den sie, obwohl er gerecht war, bis aufs Blut verfolgten.

Antwortspalm

Psalm 34,17–21.23


R: Nahe ist der Herr den zerbrochenen Herzen.


Das Antlitz des Herrn richtet sich gegen die Bösen,
um ihr Andenken von der Erde zu tilgen.
Schreien die Gerechten, so hört sie der Herr;
er entreisst sie all ihren Ängsten.

Nahe ist der Herr den zerbrochenen Herzen,
er hilft denen auf, die zerknirscht sind.
Der Gerechte muss viel leiden,
doch allem wird der Herr ihn entreissen.

Er behütet all seine Glieder,
nicht eines von ihnen wird zerbrochen.
Der Herr erlöst seine Knechte;
straflos bleibt, wer zu ihm sich flüchtet.

Ruf vor dem Evangelium

Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir! Nicht nur vom Brot lebt der Mensch, sondern von jedem Wort aus Gottes Mund. Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!

Evangelium

Joh 7,1–2.10.25–30

Jesu Flucht vor der Öffentlichkeit – Mutmassungen über Jesus bei seinem Auftritt im Tempel

Danach zog Jesus in Galiläa umher; denn er wollte sich nicht in Judäa aufhalten, weil die Juden darauf aus waren, ihn zu töten. Das Laubhüttenfest der Juden war nahe
.
Als aber seine Brüder zum Fest hinaufgegangen waren, zog auch er hinauf, jedoch nicht öffentlich, sondern heimlich.
Da sagten einige Leute aus Jerusalem: Ist das nicht der, den sie töten wollen? Und doch redet er in aller Öffentlichkeit und man lässt ihn gewähren. Sollte der Hohe Rat wirklich erkannt haben, dass er der Messias ist? Aber von dem hier wissen wir, woher er stammt; wenn jedoch der Messias kommt, weiss niemand, woher er stammt. Während Jesus im Tempel lehrte, rief er: Ihr kennt mich und wisst, woher ich bin; aber ich bin nicht in meinem eigenen Namen gekommen, sondern er, der mich gesandt hat, bürgt für die Wahrheit. Ihr kennt ihn nur nicht. Ich kenne ihn, weil ich von ihm komme und weil er mich gesandt hat. Da wollten sie ihn festnehmen; aber keiner wagte ihn anzufassen, denn seine Stunde war noch nicht gekommen.

Wer ist Jesus und woher hat er seine Autorität?

Unter seinen eigenen „Brüdern“ stösst Jesus auf Unglauben, und das Volk ist über ihn geteilter Meinung. Einige fragen, ob er vielleicht der Messias ist (wobei sie vielfach statt an einen gottgesandten Retter an einen politischen Machthaber dachten). Andere lehnen dies ab, weil sie die Herkunft Jesu kennen (nicht von „weit her“!), während die Herkunft des Messias ein Geheimnis sein müsste. Hier hackt der Evangelist ein. Die Gegner kennen nur eine Aussenansicht von Jesus, dagegen weiss der Glaube, als eine intuitive und auf innerster Verbundenheit beruhende Kenntnis, um die göttliche Sendung dieser Person (hier schildert der Evangelist auch die Auseinandersetzung, der seine Gemeinde Jahrzehnte nach Ostern ausgesetzt ist). Die Feindseligkeit gegen Jesus spitzt sich zu, weil er sich als „Gesandter“ in eins setzt mit Gott; doch seine „Stunde“ wird nicht von Menschen bestimmt.

Fürbitten

Christus, an dir haben sich die Geister geschieden:

  • Steh allen bei, die ungerecht verfolgt werden.
  • Wecke die Sehnsucht nach dir unter Menschen, die dich vergessen.
  • Steh den Minoritäten bei, wenn sie ihre eigenen Werte verteidigen.
  • Schenke uns selber den Weitblick und die Einsicht des Glaubens.

Gott, du hast uns durch das Blut deines Sohnes erlöst. Gib, dass wir dankbar und treu seinen Weg gehen. So bitten wir im Heiligen Geist, durch ihn, Christus, unsern Herrn.

Schlussgebet

Allmächtiger Gott, du hast uns von den alten zu den neuen Zeichen des Heils hinübergeführt. Lass uns die Gewohnheiten des alten Menschen ablegen und neu werden in Heiligkeit und Gerechtigkeit. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.