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Gotteswort

15. November 2018


Donnerstag der 32. Woche im Jahreskreis

Viele wünschen eine Änderung der Gesellschaft und ihrer Strukturen, andere fürchten unvorhersehbare Folgen. In der ersten Lesung macht sich der alte Paulus im Gefängnis zum Anwalt einer „Wende des Herzens“, nicht der Strukturen. Im Evangelium spricht Jesus von einer endzeitlichen Wende, die mit dem Kommen des Menschensohnes eintritt, also nicht von Menschen arrangiert wird, und doch ist diese kommende Welt Gottes schon mitten unter uns.

Hl. Albert der Grosse (g)

Ordensmann, Kirchenlehrer, Bischof von Regensburg

Albert der Grosse, ein Schwabe, wurde Dominikaner. Er besass ein sehr breites Wissen („magister universalis“). Thomas von Aquin war in Köln sein Schüler. Auf Geheiss des Papstes wurde Albert Bischof von Regensburg. Er trat später von diesem Amt zurück und lehrte wieder in Köln. + 1280.

Hl. Leopold (g)

Markgraf von Österreich

Leopold III., Markgraf von Österreich, war ein kluger und frommer Landesfürst. Er förderte die Klöster. + 1136.

Kyrie

Christus, du schenkst uns Freiheit. Herr, erbarme dich.
In dir sind wir Brüder und Schwestern. Christus, erbarme dich.
Du führst uns in das Reich Gottes. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Ewiger Gott. Die Tage zerrinnen uns zwischen den Händen. Unser Leben schwindet dahin. Du aber bleibst. Gestern und heute und morgen bist du derselbe. Von Ewigkeit her kennst du uns. Unsere Zukunft liegt in deiner Hand. Mach uns bereit für alles, was du mit uns tun wirst. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Phlm 7–20

Fürsprache für Onesimus

Es hat mir viel Freude und Trost bereitet, dass durch dich, Bruder, und durch deine Liebe die Heiligen ermutigt worden sind. Obwohl ich durch Christus volle Freiheit habe, dir zu befehlen, was du tun sollst, ziehe ich es um der Liebe willen vor, dich zu bitten. Ich, Paulus, ein alter Mann, der jetzt für Christus Jesus im Kerker liegt, ich bitte dich für mein Kind Onesimus, dem ich im Gefängnis zum Vater geworden bin. Früher konntest du ihn zu nichts gebrauchen, doch jetzt ist er dir und mir recht nützlich. Ich schicke ihn zu dir zurück, ihn, das bedeutet mein eigenes Herz. Ich würde ihn gern bei mir behalten, damit er mir an deiner Stelle dient, solange ich um des Evangeliums willen im Gefängnis bin. Aber ohne deine Zustimmung wollte ich nichts tun. Deine gute Tat soll nicht erzwungen, sondern freiwillig sein. Denn vielleicht wurde er nur deshalb eine Weile von dir getrennt, damit du ihn für ewig zurück erhältst, nicht mehr als Sklaven, sondern als weit mehr: als geliebten Bruder. Das ist er jedenfalls für mich, um wie viel mehr dann für dich, als Mensch und auch vor dem Herrn. Wenn du dich mir verbunden fühlst, dann nimm ihn also auf wie mich selbst! Wenn er dich aber geschädigt hat oder dir etwas schuldet, setz das auf meine Rechnung! Ich, Paulus, schreibe mit eigener Hand: Ich werde es bezahlen – um nicht davon zu reden, dass du dich selbst mir schuldest. Ja, Bruder, um des Herrn willen möchte ich von dir einen Nutzen haben. Erfreue mein Herz; wir gehören beide zu Christus.

Eine Revolution der Herzen

Der alte Paulus schreibt seinem Freund Philemon in Kolosse. Diesem war der Sklave Onesimus entlaufen. Paulus schickt den Sklaven an seinen Herrn zurück. Der Apostel will die sozialen Strukturen der damaligen Gesellschaft nicht direkt umkrempeln. Er verlangt nicht die Abschaffung der Sklaverei, aber er gibt dem Sklaven ein Empfehlungsschreiben an seinen Herrn mit. Darin gibt er zu verstehen, dass der Sklave nun ein Christ und also ein Bruder ist. Dann wird das soziale Verhältnis zwischen beiden von einem neuen Geist beseelt sein. Langfristig bewirkt eine „Revolution der Herzen“ mehr als eine äussere Umstellung von Machtverhältnissen.

Antwortspalm

Psalm 146,6–10


R: Wohl dem, dessen Halt der Gott Jakobs ist.


Der Herr hat Himmel und Erde gemacht,
das Meer und alle Geschöpfe;
er hält ewig die Treue.
Recht verschafft er den Unterdrückten,
den Hungernden gibt er Brot;
der Herr befreit die Gefangenen.

Der Herr öffnet den Blinden die Augen,
er richtet die Gebeugten auf.
Der Herr beschützt die Fremden
und verhilft den Waisen und Witwen zu ihrem Recht.

Der Herr liebt die Gerechten,
doch die Schritte der Frevler leitet er in die Irre.
Der Herr ist König auf ewig,
dein Gott, Zion,
herrscht von Geschlecht zu Geschlecht.

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja, Halleluja. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht. Halleluja.

Evangelium

Lk 17,20–25

Vom Kommen des Gottesreiches und des Menschensohnes

Als Jesus von den Pharisäern gefragt wurde, wann das Reich Gottes komme, antwortete er: Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es an äusseren Zeichen erkennen könnte. Man kann auch nicht sagen: Seht, hier ist es!, oder: Dort ist es! Denn: Das Reich Gottes ist (schon) mitten unter euch.

Er sagte zu den Jüngern: Es wird eine Zeit kommen, in der ihr euch danach sehnt, auch nur einen von den Tagen des Menschensohnes zu erleben; aber ihr werdet ihn nicht erleben. Und wenn man zu euch sagt: Dort ist er! Hier ist er!, so geht nicht hin und lauft nicht hinterher! Denn wie der Blitz von einem Ende des Himmels bis zum andern leuchtet, so wird der Menschensohn an seinem Tag erscheinen. Vorher aber muss er vieles erleiden und von dieser Generation verworfen werden.

Mitten unter euch

Das Reich Gottes kommt nicht lautstark, nicht unter Aufsehen und Getöse. Man kann die Zeit seines Kommens nicht mit dem Kalender voraus berechnen. Jesus sagt deutlich: „Das Reich Gottes ist schon mitten unter euch!“ Er ist selber das Reich Gottes in Person. Vor dieser Offenbarung musste der „Menschensohn… vieles erleiden“. Für die Glaubenden wurde seine Herrlichkeit in der Auferstehung von den Toten Wirklichkeit, sodass Christus uns nun tagtäglich gegenwärtig ist, aber nicht in sichtbaren Zeichen. Die endzeitliche Offenbarung jedoch steht noch aus. Sie ist nüchtern und wachsam zu erwarten.

Fürbitten

Christus, du bist als Reich Gottes mitten unter uns:

  • Öffne die Augen der Glaubenden für deine Gegenwart in unserem Leben.
  • Hilf den Verantwortlichen, die Menschenwürde anderer im Alltag zu achten.
  • Steh allen bei, die gefangen sind oder unterdrückt werden.
  • Führe unsere Verstorbenen in das Licht deiner Herrlichkeit.

Gott, unser Vater, wir schauen aus nach deinem Sohn, unserem Erlöser. Schenke uns in diesem Leben deinen Beistand und einst das ewige Leben. Im Heiligen Geist, durch Christus, unsern Herrn.

Schlussgebet

Wir danken dir, gütiger Gott, für die heilige Gabe, in der wir die Kraft von oben empfangen. Erhalte in uns deinen Geist und lass uns dir stets aufrichtig dienen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

 
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