Sonntag
Zurück Home

 

5. Febr.: 5. Sonntag  B

Lesungen: Ijob 7,1-4.6-7; 1 Kor 9,16-19.22-23; Mk 1,29-39

Seelische und körperliche Nöte begegnen uns in der ersten Lesung und im Evangelium. Eine innerkirchliche Spannung belastet Paulus (2. Lesung).  Er nimmt seine Verantwortung wahr im Geist der Liebe Christi, des Auferstandenen. Durch ihn kann sich alles zum Guten wenden.


Christus, der Herr, den notleidende Menschen suchten,
sei mit euch.


Christus, du heilst die Krankheiten.
 
Herr, erbarme dich.

Du bist stärker als jeder Ungeist.
Christus, erbarme dich.

Du betest in der Einsamkeit.
Herr, erbarme dich.

Gott, unser Vater, wir sind dein Eigentum und setzen unsere Hoffnung allein auf deine Gnade. Bleibe uns nahe in jeder Not und Gefahr und schütze uns. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

 

 
Christus, der Auferstandene: "Der Friede sei mit euch¨"
(Unterkirche Einsiedeln, 15. Jh.)
 



1. Lesung
:
Ijob 7,1-4.6-7:
Ijobs Klage

Ist nicht Kriegsdienst des Menschen Leben auf der Erde? Sind nicht seine Tage die eines Tagelöhners? Wie ein Knecht ist er, der nach Schatten lechzt, wie ein Tagelöhner, der auf den Lohn wartet. So wurden Monde voll Enttäuschung mein Erbe und Nächte voller Mühsal teilte man mir zu. Lege ich mich nieder, sage ich: Wann darf ich aufstehn? Wird es Abend, bin ich gesättigt mit Unrast, bis es dämmert.  Schneller als das Weberschiffchen eilen meine Tage, der Faden geht aus, sie schwinden dahin. Denk daran, dass mein Leben nur ein Hauch ist. Nie mehr schaut mein Auge Glück.

Zu Ijob 7,1-4.6-7: Menschliche Nöte und Gott

Der gute Israelit Ijob sieht schwarz. Ein unverdientes und unerträgliches Schicksal trifft ihn Tag für Tag. Sicher ist ihm nur, dass seine Tage immer schneller dem Tod entgegen eilen. Ijob nimmt das nicht als selbstverständliches Los, sondern klagt vor Gott. Das ist seine Grösse. Gott aber ist gross, weil er auf  Klagen und Anklagen hört.

Bilder:
Der Schrei (E. Münch)
Ijob vor dem aus dem Grab erstandenen Christus (Griechische Miniatur, St. Petersburg)
 

Im Angesicht der Engel will ich dir psallieren,
Herr, mein Gott.  (Ps 138,1; RB 19,5)




Psalm 147
,1-6: Lobet den Herrn,
er heilt, deren Leben zerbrochen ist.


Gut ist es, unserm Gott zu singen;
schön ist es, ihn zu loben.
Der Herr baut Jerusalem wieder auf,
er sammelt die Versprengten Israels.


Er heilt die gebrochenen Herzen
und verbindet ihre schmerzenden Wunden.
Er bestimmt die Zahl der Sterne
und ruft sie alle mit Namen.


Groß ist unser Herr und gewaltig an Kraft,
unermesslich ist seine Weisheit.
Der Herr hilft den Gebeugten auf
und erniedrigt die Frevler.

 

Huldigende Engel
(Beatus, Liëbana, 11. Jh.)


 


2. Lesung:
1 Kor 9,16-19.22-23:
Ein Dienst inmitten von Spannungen

Wenn ich nämlich das Evangelium verkünde, kann ich mich deswegen nicht rühmen; denn ein Zwang liegt auf mir. Weh mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde! Wäre es mein freier Entschluss, so erhielte ich Lohn. Wenn es mir aber nicht freisteht, so ist es ein Auftrag, der mir anvertraut wurde.

Was ist nun mein Lohn? Dass ich das Evangelium unentgeltlich verkünde und so auf mein Recht verzichte. Da ich also von niemand abhängig war, habe ich mich für alle zum Sklaven gemacht, um möglichst viele zu gewinnen. Den Schwachen wurde ich ein Schwacher, um die Schwachen zu gewinnen.

Allen bin ich alles geworden, um auf jeden Fall einige zu retten. Alles aber tue ich um des Evangeliums willen, um an seiner Verheißung teilzuhaben.
 

Zu 1 Kor 9,16-19.22-23: Freiheit, die Paulus der Liebe verdankt
In Korinth wie auch anderswo gab und gibt es Kreise, die sich und sich allein im Recht fühlen. Paulus kann sich in die Anliegen der einen und der anderen Position einfühlen, also u. U. herkömmliche jüdische Bräuche einhalten, um nicht zu provozieren, oder aber im Umgang mit Heiden die Freiheit des Evangeliums in Anspruch nehmen. Er dreht sich aber nicht nach jedem Wind, sondern handelt im Geist der Liebe und im anspruchsvollen Dienst am Evangelium. Diesen hat er nicht selber gewählt, sondern wurde zu ihm berufen.

Bilder: Paulus (Wandmalerei, Krypta der Benediktinerabtei Marienberg, Vinschgau, Südtirol, 1160)
Evangelium

 


Ruf zum Evangelium

Halleluja. Halleluja.
Deine Worte, Herr, sind Geist und Leben;
du hast Worte des ewigen Lebens.
(vgl. Joh 6,63.68)
Halleluja.



Evangelium: 
Mk 1,29-39:

Heilungen
Aufbruch aus Kafarnaum


Jesus verließ die Synagoge von Kafarnaum und ging zusammen mit Jakobus und Johannes gleich in das Haus des Simon und Andreas. Die Schwiegermutter des Simon lag mit Fieber im Bett. Sie sprachen mit Jesus über sie, und er ging zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie auf. Da wich das Fieber von ihr und sie sorgte für sie.

Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus. Die ganze Stadt war vor der Haustür versammelt, und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus. Und er verbot den Dämonen zu reden; denn sie wussten, wer er war.

In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten. Simon und seine Begleiter eilten ihm nach, und als sie ihn fanden, sagten sie zu ihm: Alle suchen dich. Er antwortete: Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort predige; denn dazu bin ich gekommen. Und er zog durch ganz Galiläa, predigte in den Synagogen und trieb die Dämonen aus.
 

Zu Mk 1,29-39: Bevollmächtigtes Heilen und Lehren Jesu
Zuvor hat Jesus in der Synagoge von Kafarnaum („Dorf des Trostes“) sein eigenes Kommen gleich gesetzt mit der Nähe der „Königsherrschaft Gottes“.
29: Kafarnaum: Dieses Thematik wird weiter geführt, wobei auch die ersten vier Jünger Zeugen sind.
30-31: Bevollmächtigtes Heilen im Einzelbeispiel: Aus dem Synagogengottesdienst kommend finden Jesus und die Jünger die Hausfrau mit Fieber im Bett. Hat die Arbeit sie  überfordert? Damals dachte man eher an eine Strafe. Die hilflose Kranke erfährt nun unerwartet die Zuwendung Jesu. Ohne Berührungsangst richtet er sie auf, und sie ist sogleich in der Lage, orientalischen Bräuchen entsprechend,  das Essen zu richten und die Tischgemeinschaft zu bedienen.
32-34: Viele Heilungen am Abend (nach Ende des Sabbats?): Nun werden alle Leidenden und Besessenen vor Jesus gebracht, denn er hat die Vollmacht zu heilen. So zeigt sich, dass die neue Welt Gottes im Kommen ist. Er ist Gottes „Handlanger“. Doch spürt Jesus auch, dass er (als „Heiler“, von denen es viele gab) missverstanden wird. Er lehnt die Popaganda der Ungeister ab.
35-39: Jesus sammelt sich im Gebet und erklärt sich den Jüngern:  Vor den Aktivitäten sucht Jesus, in Stille und Abgeschiedenheit betend, die Nähe des Vaters. - Die Jünger legen ihm nahe wieder unter die Menge zu kommen, die ihn sucht. Das will er nicht, wohl aber will er in den Dörfen predigen (wo er den Menschen in einem überschaubaren Rahmen persönlich nahe kommen kann). Das bevollmächtigte Lehren und Heilen, sein Auftrag, soll weiter geführt werden.

Für uns wichtig: 1. Das Lehren und das (heilende) Tun  erscheinen wie zwei Seiten des Auftrages Jesu. 2. Was wird unter „Besessenen“ verstanden? Manche denken an Teufel, die (aus der Hölle kommend?) Menschen in Beschlag nehmen. Andere sprechen von natürlichen Krankheiten oder Heilungen. Doch die Beschlagnahme durch Süchte, Zwänge, Projektionen usw. ist etwas Böses und impliziert Faktoren, die aus dem Innern von Personen oder ihres Umfeldes kommen. – Die koptischen Wüstenväter sahen in der Habgier, im Geiz, in der Fresssucht, in der Trägheit, in Depressionen usw. Ungeister am Werk. Als Heilmittel setzten sie ein Wort Gottes oder das Kreuzzeichen ein und berichteten dann, der „böse Geist“ sei (unter Gestank) verpufft. - Vgl. M. Diefenbach, www.perikopen.de

Bilder: Markus (Mainz - Den Haag, vor 1011)
Jesus richtet die Schwiegermutter des Petrus auf (Miniatur, Köln 1030)
Viele Kranke umringen Jesus, während es Abend wird. (Rembrandt  + 1669)
Am frühen Morgen

Vätertext: www.mariendonk.de/patristik.htm
Stichwort: Zum Sonntag (ab neuem Wochenende verfügbar)

Gedanken zum Sonntag: übersetzt (und leicht überarbeitet) aus der Internetseite des Klosters S. Maria de Los Toldos in Argentinien: www.monasterio.org.ar 

KRANKE:  „IHRE HOHEIT“

Ein renommierter Arzt* unserer Tage, seiner Art nach ein Humanist und wahrer Christ, pflegt von Kranken immer so zu sprechen, wie wenn sie zum Hochadel zählten: „Ihre Hoheit“. Leider verstehen aber heute nicht alle Ärzte ihren Beruf als einen wahren Priesterdienst. Manchmal „versachlichen“ sie ihre Aufgabe, behandeln die Kranken mit wenig Rücksicht und Teilnahme oder nutzen sie gar finanziell aus.
Im Markusevangelium, das wir dieses Jahr an den meisten Sonntagen hören, begegnen verschiedene Typen von Kranken. Christus, der Herr, nimmt sich um sie alle an und heilt sie. Jesus ist aber nicht ein zwielichtiger „Heiler“. Die christlichen Wunder wecken den Glauben oder vertiefen ihn. Deswegen sollten sie die Hauptbeteiligten zu einer von Herzen kommenden „Bekehrung“ führen, also zu einem grösseren Engagement zugunsten der andern. Wenn das nicht der Fall ist, müssten wir von Pseudo-Wundern sprechen.
Jesus handelt nicht „magisch“. Er ist nicht ein Zauberer, der aus seinem Hut Überraschungen hervorholt. Er ist nicht ein Demagoge, der gross auftreten und den Leuten etwas aufschwätzen will. Er sucht nie den Erfolg und verabscheut jeden Triumphalismus, der immer billig ist. Als Sohn Gottes ist ihm eine Vollmacht eigen, die er stets zum Wohl der Beteiligten, einsetzt. Er strebt nach der ganzheitlichen, leib-seelischen Heilung der Kranken und speziell aller, die von den guten Geistern verlassen und von Ungeistern „besessen“ sind, etwa von Ängsten, Süchten oder Zwängen.
Wir sollten auch nicht vergessen, dass Jesus die Heilungswunder in einer Atmosphäre des Gebetes wirkt. Das Gebet aber ist der vorzüglichste Ausdruck des Glaubens. Christus, der Herr, gibt uns selber das Beispiel. Dann werden wir uns vertrauensvoll und mit Ausdauer für andere engagieren. So verwirklichen wir den humanitären Dienst wie ihn Jesus selbst verwirklicht hat. So verwandelt sich unser Leben in ein fleischgewordenes Gebet für leidende oder ausgegrenzte Menschen.

Und noch dies zum Thema „Ungeister“: Die koptischen Wüstenväter pflegten zu sagen: „Wenn jemand unter der Arbeitswut leidet, sitzt ihm ein „Arbeitsteufel“ im Nacken. Wenn einer aber untätig ist und dem Müssiggang huldigt, sitzt ihm eine ganze Legion von bösen Geistern im Nacken.“

Bilder: Christus lehrt in der Dörfern (W. Habdank)
Jesus ist in Galiläa unterwegs mit den Jüngern. (Holzschnitt)


 


 

Fürbitten


Christus, unser Lehrer und Heiland, du bist reich ist an Erbarmen:

Erwecke Männer und Frauen, die in Wort und Tat deine Sendung weiter führen.

Öffne verschlossene Herzen durch die Erfahrung von christlicher Güte.

Lindere und heile körperliche oder seelische Not durch die Zuwendung guter Mitmenschen.

Lehre unser Volk, sich solidarisch um die Nöte anderer Länder anzunehmen.

Stärke uns selber für den selbstlosen Dienst an unsern Nächsten.

Erhalte unsere Bereitschaft, die Stille und das Gebet zu lieben.

 
Barmherziger Gott, dein Sohn schenkt Gesundheit an Leib und Seele. Mache uns offen für sein Wort und seine Liebe. So bitten wir, im Heiligen Geist, durch Christus, unseren Herrn.

    

Bild: Kreuz als Lebensbaum
(Cerezo Barredo)

 


Der Herr segne uns.
Er behüte uns vor allem Bösen
und führe uns bis ins ewige Leben.
 



Gedenktage

 

Agatha war eine Blutzeugin zu Catania (vielleicht um 250). Ihre Verehrung verbreitete sich im ganzen Abendland. Die Legende berichtet von ihrer Fürbitte bei einem Ausbruch des Ätna. Deswegen gilt Agatha als Patronin gegen Feuersgefahr. Vielerorts ist eine der Kirchenglocken ihr geweiht.

Ingenuin und Albuin waren Bischöfe von Säben (Südtirol). Ingenuin hatte unter arianischen Langobarden und heidnischen Bajuwaren zu leiden. (+ um 605). Albuin verlegte den Bischofssitz endgültig nach Brixen. (+ 1008)

Bilder:

Agatha (Lukas Zeiner, 1498, Bubikan ZH)

Säben, (Südtirol, heute Benediktinerinnanabtei)