Sonntag
Zurück Home

 

14. März:
VIERTER FASTENSONNTAG  C

Lesungen: Jos 5,9a.10-12; 2 Kor 5,17-21; Lk 15,1-3.11-32

„Laetare (Freue dich!)“ Mit diesem Aufruf zur Freude stimmt sich die Kirche in den heutigen Gottesdienst ein. Den Grund dafür findet sich in der Frohbotschaft von der liebevollen und rettende Zuwendung Gottes, die unverdient ist. Wir dürfen am Erlösungswerk mitwirken.

Christus, der Herr, der uns zum Gastmahl der Liebe lädt,
sei mit euch.

 


Christus, du bist der geliebte Sohn des Vaters.
Herr, erbarme dich.

Du versöhnst uns mit Gott.
Christus, erbarme dich.

Du bist das Brot des Lebens.
Herr, erbarme dich.


Herr, unser Gott, du hast in deinem Sohn die Menschheit auf wunderbare Weise mit dir versöhnt. Gib deinem Volk einen hochherzigen Glauben, damit es mit froher Hingabe dem Osterfest entgegeneilt. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

Der Auferstandene: "Der Friede sei mit euch."
(Einsiedeln, Unterkirche, vor 1500)


 

1. Lesung: Jos 5,9a.10-12: Im Land der Verheissung

Der Herr sagte zu Josua: Heute habe ich die ägyptische Schande von euch abgewälzt.

Als die Israeliten in Gilgal ihr Lager hatten, feierten sie am Abend des vierzehnten Tages jenes Monats in den Steppen von Jericho das Pascha.

Am Tag nach dem Pascha, genau an diesem Tag, aßen sie ungesäuerte Brote und geröstetes Getreide aus den Erträgen des Landes.

Vom folgenden Tag an, nachdem sie von den Erträgen des Landes gegessen hatten, blieb das Manna aus; von da an hatten die Israeliten kein Manna mehr, denn sie aßen in jenem Jahr von der Ernte des Landes Kanaan.

Jos 5,9a.10-12: Mit Gott zusammenwirken
Angelangt im verheissenen Land hört die Mannaspeisung auf. Das Volk muss jetzt vom „Ertrag des Landes“ leben, also von Brot, das „Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit“ ist. Auch das ist Geschenk, wenn der Mensch mit Gott zusammenwirken darf, um für sich und andere das Leben möglich zu machen. – In der Eucharistiefeier danken wir dafür. (vgl. Frisque)

Bilder: Josua (Wandmalerei, Hagios Loukas,  um 1300)
Gilgal: ein Steinkreis


 

Im Angesicht der Engel will ich dir psallieren,
Herr, mein Gott.  (Ps 138,1; RB 19,5)


Psalm 34,2-7: Kostet und seht, wie gütig der Herr ist.

Ich will den Herrn allezeit preisen;
immer sei sein Lob in meinem Mund.
Meine Seele rühme sich des Herrn;
die Armen sollen es hören und sich freuen.

Verherrlicht mit mir den Herrn,
lasst uns gemeinsam seinen Namen rühmen.
Ich suchte den Herrn und er hat mich erhört,
er hat mich all meinen Ängsten entrissen.

Blickt auf zu ihm, so wird euer Gesicht leuchten
und ihr braucht nicht zu erröten.
Da ist ein Armer;
   er rief und der Herr erhörte ihn.
Er half ihm aus all seinen Nöten.

Engel (Giotto, Anagni)


 

2. Lesung: 2 Kor 5,17-21: Im Dienst der Versöhnung

Wenn also jemand in Christus ist, dann ist er eine neue Schöpfung: Das Alte ist vergangen, Neues ist geworden. Aber das alles kommt von Gott, der uns durch Christus mit sich versöhnt und uns den Dienst der Versöhnung aufgetragen hat.

Ja, Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat, indem er den Menschen ihre Verfehlungen nicht anrechnete und uns das Wort von der Versöhnung (zur Verkündigung) anvertraute.

Wir sind also Gesandte an Christi statt, und Gott ist es, der durch uns mahnt. Wir bitten an Christi statt: Lasst euch mit Gott versöhnen! Er hat den, der keine Sünde kannte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm Gerechtigkeit Gottes würden.

Zu 2 Kor 5,17-21: „In Christus“
Unmittelbar vor dem heutigen Text nimmt Paulus sein früheres Fehlurteil zurück. Damals sah er in Christus einen Störenfried, der die die hergebrachte Religion verwirrte. Jetzt lebt Paulus (und empfindet das als „neue Schöpfung“!) im Lebensraum Christi selber. Jetzt weiss er, dass Christus die Versöhnung bringt (also nicht Unfrieden), denn Gott versöhnt durch Christus die Welt und uns Menschen mit sich. Nicht der zornige Gott muss versöhnt werden, sondern umgekehrt. Der Verkünder soll diese Versöhnungsbotschaft weiter tragen. Grund ist die rettende Liebestat Christi. Er hat unsere Schuld auf sich genommen. Dies ist der Weg der „aufrichtenden“ (nicht „richtenden“) „Gerechtigkeit“ Gottes. (vgl. Stuttgarter NT)


Bild
er:  Paulus (Miniatur, St. Gallen, nach 800)
Der Gekreuzigte mit Maris und Johannes (Mosaik, Staurosis, Hagios Loukas)
 

Ruf vor dem Evangelium

 

Lob dir, Christus, König und Erlöser!
Ich will zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen:
Vater, ich habe gegen Gott im Himmel und gegen dich gesündigt.
(Lk 15,18)
Lob dir, Christus, König und Erlöser!

 

Evangelium: Lk 15,1-3.11-32: Das Gleichnis vom verlorenen Sohn

Alle Zöllner und Sünder kamen zu ihm, um ihn zu hören. Die Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten sich darüber und sagten: Er gibt sich mit Sündern ab und isst sogar mit ihnen. Da erzählte er ihnen ein Gleichnis und sagte:

Ein Mann hatte zwei Söhne. Der jüngere von ihnen sagte zu seinem Vater: Vater, gib mir das Erbteil, das mir zusteht. Da teilte der Vater das Vermögen auf. Nach wenigen Tagen packte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land. Dort führte er ein zügelloses Leben und verschleuderte sein Vermögen.

Als er alles durchgebracht hatte, kam eine große Hungersnot über das Land und es ging ihm sehr schlecht. Da ging er zu einem Bürger des Landes und drängte sich ihm auf; der schickte ihn aufs Feld zum Schweinehüten. Er hätte gern seinen Hunger mit den Futterschoten gestillt, die die Schweine fraßen; aber niemand gab ihm davon.

Da ging er in sich und sagte: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben mehr als genug zu essen und ich komme hier vor Hunger um. Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt. Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein; mach mich zu einem deiner Tagelöhner. Dann brach er auf und ging zu seinem Vater.

Der Vater sah ihn schon von weitem kommen und er hatte Mitleid mit ihm. Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn. Da sagte der Sohn: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein. Der Vater aber sagte zu seinen Knechten: Holt schnell das beste Gewand und zieht es ihm an, steckt ihm einen Ring an die Hand und zieht ihm Schuhe an. Bringt das Mastkalb her und schlachtet es; wir wollen essen und fröhlich sein. Denn mein Sohn war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden. Und sie begannen, ein fröhliches Fest zu feiern.

Sein älterer Sohn war unterdessen auf dem Feld. Als er heimging und in die Nähe des Hauses kam, hörte er Musik und Tanz. Da rief er einen der Knechte und fragte, was das bedeuten solle. Der Knecht antwortete: Dein Bruder ist gekommen und dein Vater hat das Mastkalb schlachten lassen, weil er ihn heil und gesund wiederbekommen hat. Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen.

Sein Vater aber kam heraus und redete ihm gut zu. Doch er erwiderte dem Vater: So viele Jahre schon diene ich dir, und nie habe ich gegen deinen Willen gehandelt; mir aber hast du nie auch nur einen Ziegenbock geschenkt, damit ich mit meinen Freunden ein Fest feiern konnte. Kaum aber ist der hier gekommen, dein Sohn, der dein Vermögen mit Dirnen durchgebracht hat, da hast du für ihn das Mastkalb geschlachtet.

Der Vater antwortete ihm: Mein Kind, du bist immer bei mir, und alles, was mein ist, ist auch dein. Aber jetzt müssen wir uns doch freuen und ein Fest feiern; denn dein Bruder war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden.


Zu Lk 15,1-3.11-32: Der verlorene Sohn - der barmherzige Vater
Das Gleichnis zeigt einen liebenden Vater, der die Freiheit seiner zwei Söhne respektiert. Er lässt den Jüngeren fort ziehen und lässt den Älteren sich zurückziehen in seine Isolation. Der Jüngere lernt schliesslich seine Freiheit als Gabe zu leben, und die Vergebung des Vaters (der für Orientalen fast skandalös entgegenkommend ist) lässt den Jüngeren erkennen, wie zuvorkommend Gott ist. Schon vor der Umkehr schenkt Gott Hoffnung auf Vergebung und ermöglicht den Trost des Geständnisses. Vom älteren Sohn hören wir nichts mehr. Verspielen er und die von Jesus angesprochenen Pharisäer ihre Freiheit in Missgunst und Isolation? (vgl. Frisque)

Bilder: Jesus spricht mit Schriftgelehrten und Pharisäern
Der Vater gibt dem Sohn seinen Erbanteil (Bourges, St-Etienne, 13. Jh.)
Der Sohn verprasst das vermögen beim Spiel (Bourges, St-Etienne, 13. Jh.)
Der Vater nimmt den verlorenen Sohn auf (Rembrandt + 1669)

 

Eine exegetische Aufschlüsselung des Evangeliums: www.perikopen.de. Hier finden sich auch Vätertexte zu den Perikopen, sowie Väterworte aus der "Catena aurea".

Gedanken zum Evangelium.

übersetzt (und leicht überarbeitet) aus der Internetseite des von Einsiedeln 1947 gegründeten Klosters S. Maria de Los Toldos in Argentinien:
www.monasterio.org.ar ):
 

INZWISCHEN ZÄHLTE VATER TOBIT ALL DIE TAGE, DIE FÜR HIN- UND RÜCKREISE NÖTIG WAREN. (Tob 10,1)

Im heutigen Gleichnis begegnen wir einem jüngeren Sohn, der ohne jedes Recht vom Vater schon zu dessen Lebzeiten die Herausgabe seines Erbanteils fordert. Er verschleudert diese Erbschaft in einem fremden Land, weit weg von seiner Familie, von seiner Heimat und seinem Glauben. Dann hütete er Schweine und leidet Hunger. Ein typischer Fall von Verlust der angestammten Kultur. Er lebt verloren in einer fremden Umwelt.
Es kostet ihn zwar viel, aber weil er hungern muss, entschliesst er sich, nach Hause zurückzukehren, obwohl er auf die Sohnesrechte verzichtet hat. Verhalten wir uns nicht ähnlich? Erst wenn wir in der Klemme sind, wenden wir uns im Gebet an Gott.
Beim Vater dieses Gleichnisses, der für Gott steht, beobachten wir erstens ein „mütterliches“ Verhalten: das sehnsüchtige Warten; die Initiative beim Empfang des Heimkehrers; die tiefe Emotion; die Umarmung und die Küsse. „Ich habe dich wieder gesehen, mein Sohn, jetzt kann ich ruhig sterben!“ (Tob 11,9).
Zweitens beobachten wir bei diesem Vater typisch männliche Reaktionen. Mit knappen und nüchternen Worten und mit drei Gesten antwortet er auf die verlegenen Entschuldigungen des Sohnes: Er empfängt ihn wie einen Ehrengast; er steckt ihm einen Ring, Zeichen von Vollmacht, an den Finger, und er besorgt für ihn Sandalen, Zeichen des freien Mannes; schliesslich ordnet er die Vorbereitung eines Festes an.
Der Vater bleibt sich selber treu. Er kann seinen eigenen Sohn nicht wie einen Tagelöhner aufnehmen oder behandeln, auch wenn sich dieser unverschämt aufgeführt hat. Er kann seine Vaterschaft nicht verleugnen. Der Sohn ist sein Ebenbild.
Heutzutage müssen sich viele Mütter verhalten wie Väter und viele Väter wie Mütter, wenn ein Elternteil ausfällt.
Bei Gott gibt es nur eine einzige Barmherzigkeit, aber sie findet auf doppelte Weise Ausdruck. Einerseits zeigt er die feste Haltung eines verantwortlichen Vaters, der sich für immer seinen Söhnen und Töchtern verbunden fühlt und das tagtäglich bekundet, weniger durch Worte als durch deutliche Gesten. Anderseits die mütterliche Zärtlichkeit und eine unerschöpfliche Bereitschaft zu verzeihen, die immer Verständnis aufbringt.

Und noch dieser  überrissene Witz zum Thema Sündenbekenntnis: Ein Sünder beichtet bei einem anglikanischen Pfarrer: "Ich habe gemordet." Der Pfarrer: "Sie müssen sich sofort der Polizei stellen; ich kann mitkommen." Erschreckt geht der Sünder weg und beichtet einem lutheranischen Pastor: "Ich habe gemordet." Der Pastor: "Das ist eine schwere Schuld. Sie müssen tiefe Reue erwecken..." Verwirrt geht der Sünder weg, sucht eine katholische Kirche auf und beichtet: "Ich habe gemordet." Der Beichtvater: "Wie oft?"

Bild: Der verlorene Sohn bei der Heimkehr zu Vater (Giorgio Chirico, 20. Jh.)
 


Fürbitten

Christus, unser Erlöser, du bringst Gottes Frieden in diese Welt:


Mache die ganze Kirche froh über die Gnade der Erlösung.

Lass die Getauften dankbar verstehen, wie menschenfreundlich dein Vater ist.

Mache alle, die den Glauben verkünden, zu Zeugen der Frohbotschaft.

Schenke den Völkern im Nahen Osten den Geist der Versöhnung und des Friedens.

Wecke in den Bedrückten und Trauernden neues Vertrauen in deine Vatergüte.

Nimm unsere Verstorbenen auf in das himmlische Vaterhaus.

 

Gott der Liebe, du führst alle, die dich lieben, vom Tod zum Leben. Wir danken dir und preisen dich, im Heiligen Geist durch Christus unsern Herrn.



Das Kreuz Christi als paradiesischer Lebensbaum
(Koptische Wandmalerei, In einer Einsiedelei der Kellia, Ägypten)


 

Der Herr segne uns.
Er behüte uns vor allem Bösen
und führe uns bis ins ewige Leben.




Gedenktage

Mathilde, aus dem Geschlecht Widukinds, war Gemahlin König Heinrichs I., Mutter Ottos I. und Erzbischof Bruns von Köln. Sie gründete das Kloster Quedlinburg und weitere Klöster. Mathilde führte selber ein frommes und mildtätiges Leben. + 968.




Bild: Mathilde betreut einen Armen.

 Top