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1. Aug: 18. Sonntag C
Lesungen: Koh 1,2; 2,21-23; Kol 3,1-5.9-11; Lk 12,13-21
Was bringt die Zukunft? Eine ewige Frage! Die erste Lesung
urteilt skeptisch, ja pessimistisch über so vieles, wofür wir rennen und laufen.
Im Evangelium will sich ein Mann mit seinen Reichtum für alle Zukunft absichern,
doch er handelt töricht. Die zweite Lesung verkündet die alles Erwarten
übersteigende Zuwendung Gottes zu uns armen Geschöpfen, wie sie uns in Christus
geschenkt ist.

Christus, du bist unser neues Leben.
Herr, erbarme dich.
Unser neues Leben ist mit dir verborgen in Gott.
Christus, erbarme dich.
Einst werden auch wir offenbar in Herrlichkeit.
Herr, erbarme dich.
Gott, unser Vater, steh deinen Dienern bei und erweise allen, die zu dir
rufen, Tag für Tag deine Liebe. Du bist unser Schöpfer und der Lenker unseres
Lebens. Erneuere deine Gnade in uns, damit wir dir gefallen, und erhalte, was du
erneuert hast. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn
und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in
alle Ewigkeit.
Christus: "Der Friede sei mit euch!"
(Spätgotische Statue; Einsiedeln, Unterkirche)
1. Lesung:
Koh 1,2; 2,21-23:
Wohin führen all die Anstrengungen?
 Windhauch, Windhauch, sagte Kohelet, Windhauch,
Windhauch, das ist alles Windhauch.
Denn es kommt vor, dass ein Mensch, dessen Besitz durch Wissen, Können und
Erfolg erworben wurde, ihn einem andern, der sich nicht dafür angestrengt hat,
als dessen Anteil überlassen muss. Auch das ist Windhauch und etwas Schlimmes,
das häufig vorkommt.
Was erhält der Mensch dann durch seinen ganzen Besitz und durch das Gespinst
seines Geistes, für die er sich unter der Sonne anstrengt? Alle Tage besteht
sein Geschäft nur aus Sorge und Ärger und selbst in der Nacht kommt sein Geist
nicht zur Ruhe. Auch das ist Windhauch.
Zu Koh 1,2; 21-23: Die Erde als Bühne eines vielgestaltigen Wechsels
Der „Prediger“ schreibt etwa um 250 v. Chr. im Stil seiner Zeit. Er gehört zu
einer weltoffenen und gebildeten Schicht und entwickelt eine Volksphilosophie.
Er hat den Eindruck, dass sich auf Erden alles wiederholt, trotz aller Versuche
zu einer besseren Gestaltung von Welt und Leben. So kommen ihm die Welt und das
menschliche Dasein absurd vor. - Dieses absurde Weltbild löst sich nur auf, wenn
Gott selber in Jesus Christus unsere menschliche Existenz teilt. Er geht im Sterben seines Sohnes bis an das bittere Ende der Nichtigkeiten dieser
Welt. Indem Gott dann den Gekreuzigten zu seiner Rechtenerhöht, eröffnete er uns einen
neuen Weg, der aus der Aussichtslosigkeit hinaus führt. (Frisque)
Bilder:
Kohelet-Bruchstück aus Qumran
Traurigkeit (Illustration zu Psalm 42,11f, "Stuttgarter Psalter", aus
St-Germain-des-Prés, 820/830)
Im Angesicht der Engel will ich dir psallieren,
Herr, mein Gott. (Ps 138,1; RB 19,5)
Psalm 95,1-2.6-9: Heute hört
auf seine Stimme, verhärtet nicht euer Herz!
Kommt,
lasst uns jubeln vor dem Herrn
und zujauchzen dem Fels unsres Heiles!
Lasst uns mit Lob seinem Angesicht nahen,
vor ihm jauchzen mit Liedern!
Kommt, lasst uns niederfallen,
uns vor ihm verneigen,
lasst uns niederknien
vor dem Herrn, unserm Schöpfer!
Denn er ist unser Gott,
wir sind das Volk seiner Weide,
die Herde, von seiner Hand geführt.
Ach, dass ihr doch heute auf seine Stimme hört!
«Verhärtet euer Herz nicht wie in Meríba,
wie in der Wüste am Tag von Massa!
Dort haben eure Väter mich versucht,
sie haben mich auf die Probe gestellt
und hatten doch mein Tun gesehen.
Der gute Hirt (Mosaik, Mausoleum der
Galla Placidia, Ravenna, vor 450)
2. Lesung: Kol 3,1-5.9-11: Der neue
Mensch
 Ihr
seid mit Christus auferweckt; darum strebt nach dem, was im Himmel ist, wo
Christus zur Rechten Gottes sitzt. Richtet euren Sinn auf das Himmlische und
nicht auf das Irdische!
Denn ihr seid gestorben und euer Leben ist mit Christus verborgen in Gott. Wenn
Christus, unser Leben, offenbar wird, dann werdet auch ihr mit ihm offenbar
werden in Herrlichkeit. Darum tötet, was irdisch an euch ist: die Unzucht, die
Schamlosigkeit, die Leidenschaft, die bösen Begierden und die Habsucht, die ein
Götzendienst ist.
Belügt einander nicht; denn ihr habt den alten Menschen mit seinen Taten
abgelegt und seid zu einem neuen Menschen geworden, der nach dem Bild seines
Schöpfers erneuert wird, um ihn zu erkennen.
Wo das geschieht, gibt es nicht mehr Griechen oder Juden, Beschnittene oder
Unbeschnittene, Fremde, Skythen, Sklaven oder Freie, sondern Christus ist alles
und in allen.
Zu Kol 3,1-5.9-11: Einbezogen in das Christusgeheimnis
Christen sind durch die Taufe geprägt, also durch die Einbeziehung in das
Christusgeheimnis von Tod und Auferstehung. Es gilt, entsprechend zu leben, als
mit Christus vom Tod zum Leben Auferstandene. Konkret sollen sich Getaufte
bewusst sein, dass sie ihr eigentliches Leben „von oben“ empfangen. Es ist aus
Kräften zu führen, die das eigene Vermögen übersteigen. So wird das natürliche
Leben nach dem Bild des Schöpfers erneuert. Es wird die Züge Christi aufweisen.
Diese neue Lebensform bedeutet eine Abkehr von einem gottlosen Lebensstil,
bedeutet aber auch eine tiefe Verbundenheit mit andern auf Christus Getauften,
wer immer sie sind. (vgl. Frisque)
Bilder: Christus in der
Herrlichkeit - Der Auferstandene als Befreier der Verstorbenen (Cod Sangallen
402, 14. Jh.) www.cesg.unifr.ch
Christus in der Herrlichkeit, assistiert von Engeln, als guter Hirt (Mosaik,
Ravenna, 6. Jh.)
Ruf vor dem Evangelium
Halleluja.
Nicht vom Brot allein lebt der Mensch,
sondern von jedem Wort, das aus dem Munde Gottes kommt .
(Mt 4,4)
Halleluja. Halleluja.
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Evangelium:
Lk 12,13-21: Von der falschen Selbstsicherheit eines Reichen
 Einer
aus der Volksmenge bat Jesus: Meister, sag meinem Bruder, er soll das Erbe
mit mir teilen.
Er erwiderte ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Schlichter bei euch
gemacht? Dann sagte er zu den Leuten: Gebt Acht, hütet euch vor jeder Art
von Habgier. Denn der Sinn des Lebens besteht nicht darin, dass ein Mensch
aufgrund seines großen Vermögens im Überfluss lebt.
Und er erzählte ihnen folgendes Beispiel: Auf den Feldern eines reichen
Mannes stand eine gute Ernte. Da überlegte er hin und her: Was soll ich tun?
Ich weiß nicht, wo ich meine Ernte unterbringen soll. Schließlich sagte er:
So will ich es machen: Ich werde meine Scheunen abreißen und größere bauen;
dort werde ich mein ganzes Getreide und meine Vorräte unterbringen. Dann
kann ich zu mir selber sagen: Nun hast du einen großen Vorrat, der für viele
Jahre reicht. Ruh dich aus, iss und trink und freu dich des Lebens!
Da sprach Gott zu ihm: Du Narr! Noch in dieser Nacht wird man dein Leben von
dir zurückfordern. Wem wird dann all das gehören, was du angehäuft hast? So
geht es jedem, der nur für sich selbst Schätze sammelt, aber vor Gott nicht
reich ist.
Zu Zu Lk 12,13-21: Weltliches Denken
Weder die Jünger noch das Volk verstehen, um was es Jesus geht und wer Jesus
ist. Der Fragesteller hält ihn für einen der Rabbiner, die bei Rechtsfällen
konsultiert wurden. Doch das ist nicht die Sendung Jesu. Es geht ihm um mehr
als um innerweltliche Besitzfragen. Da sollen alle ihre eigene Verantwortung
wahrnehmen. Lukas nützt die Gelegenheit, um vor dem Profitdenken zu warnen,
das die Menschen kurzsichtig macht. Im Gleichnis wird der Grossbauer zum
„Narren“, weil er seinen Reichtum nicht überlebt. Er sollte seinen Besitz
für andere fruchtbar machen, um vor Gott reich zu sein.
Bilder: Christus (Codex Egberti,
Reichenau-Trier, um 1000)
Der Bau der Scheune (Flurheym 1529)
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Eine exegetische Aufschlüsselung des Evangeliums:
www.perikopen.de.
Hier finden sich auch Vätertexte zu den Perikopen, sowie Väterworte aus der "Catena
aurea".
Gedanken zum Evangelium
übersetzt (und
leicht überarbeitet) aus der Internetseite des von Einsiedeln 1947 gegründeten Klosters S. Maria de Los Toldos
in Argentinien:
www.monasterio.org.ar ):
EINE VERSICHERUNG GEGEN DEN TOD
Wenn
wir Reichtümer anhäufen, hilft uns das wenig weit. Es gibt zwar
Lebensversicherungen, doch bis heute existieren keine Todesversicherungen.
Reichtum macht Sinn, wenn er zu einem Lebensquell für viele wird und wenn er zu
einer Lebensversicherung für das Leben jenseits der Schwelle des Todes wird.
Das Geheimnis der Menschwerdung des Sohnes Gottes verkündet einen Gott, der
reich ist, aber sich in der Person von Jesus arm macht, um uns auf seine eigenen
Kosten reich zu machen.
Wie wir alle wissen, kann man „an Ulmen keine Birnen pflücken“. Wenn sich
aber Reben an einem Baumstrunk oder an Sträuchern empor winden können, werden
die Reben reichlich Trauben tragen. Müssten sich die Reben über den Boden
ausbreiten, würden die Früchte grossenteils verfaulen.
So steht es auch um die Armen. Wenn sie für ihre Wohltäter beten, rufen sie Gott
an, dass der Besitz der Reichen einen Sinn bekommt. Wenn umgekehrt die Reichen
die Armen stützen, wie man den Rebzweigen Halt gibt, ist das eine
tatkräftige Hilfe. Die Armen werden sich dankbar des Lebens freuen.
Reich und arm leisten dann beide ihren Teil. Wenn ein Armer reich an Glauben
ist, betet er für den Reichen, der das nötig hat. Der Reiche aber teilt mit dem
Armen Reichtümer, die ihm Gott geschenkt hat. Selig, wer arm ist vor Gott! -
Selig, wer reich ist vor Gott! Selig, wer zu verstehen beginnt, was der
wahre Sinn von Besitztümern ist.
Und noch dies zum Thema „Unerwartete Vorfälle beim
Sterben“: Der alte Bergbauer liegt sterbenskrank darnieder. Der Pfarrer
bringt ihm die Eucharistie, das Sakrament der Wegzehrung. Frau, Söhne und
Töchter sind anwesend. Der Pfarrer weiss um die Erzfeindschaft des Alten mit dem
Nachbarn, unter anderem wegen Wegrechten. Darum spricht er dem Sterbenden zu,
jetzt müsse er Frieden schliessen mit dem Nachbarn. Der Alte: „Ja, ich sterbe
bald. Ich schliesse Frieden.“ Der Pfarrer geht. Nun fügt der Sterbende, zu den
Jungen gewandt, hinzu: „Aber dem Nachbarn dürft ihr nie über den Weg trauen!“
Nach dem Ableben, spricht einer der Jungen beim verfeindeten Nachbarn vor und
bittet um die Erlaubnis, den Sarg auf dem viel kürzeren Weg über das
nachbarliche Anwesen zu Grabe tragen zu dürfen, obwohl man kein Wegrecht habe.
Der Nachbar antwortet. „Ja, schon! Euren Vater hättet Ihr schon viel früher da
hinunter tragen können!“
Bild: Totentanz (Marq Foujita, 1966, Reims)
Fürbitten
Christus, du führst zum Sinn des Lebens. Wir bitten dich:
Für die Getauften: Schenke ihnen Sinn für das, worauf es im Leben wirklich
ankommt.
Für die Verantwortlichen in der Kirche: Erleuchte sie, wenn sie andern den Weg
weisen.
Für die Regierenden: Hilf ihnen bei der Sorge um das tägliche Brot der Völker.
Für alle, die arm sind und doch andern helfen: Schenke ihnen deine Liebe.
Für uns selber: Erneuere und vertiefe unsere Verbundenheit mit dir.
Für unsere Verstorbenen: Führe sie zur Fülle des Lebens.
Gott, du lebst und schenkst ein unvergängliches
Leben. Stärke deine Kirche auf dem Weg zum Vater. Wir danken dir und preisen
dich, jetzt und in Ewigkeit.
Triumphkreuz als Lebensbaum
(Zierseite zum "Sacramentarium Gelasianum", 750, Vatikan)
Der Herr segne uns.
Er behüte uns vor allem Bösen
und führe uns bis ins ewige Leben.
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Gedenktage
Alphons von Liguori, Bischof und Kirchenlehrer, stammte aus
neapolitanischem Adel und studierte zuerst Rechtswissenschaft. Er hat
segensreich gewirkt, vor allem weil er die kirchliche Moraltheologie
erneuert und an der Güte des Erlösers orientiert hat, während früher die
Moralisten zuviel auf Gesetzlichkeit gepocht hatten oder aber Minimalisten
waren. Um die Seelsorge zu erneuern gründete er den Orden der Redemptoristen.
+ 1787
Bild: Alphons von Liguori |
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