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31. Juli: Samstag, 17. Woche II
Ignatius von Loyola
Lesungen: Jer 26,11-16.24; Mt 14,1-12
Lesung und Evangelium sprechen vom Prophetenschicksal des Jeremia und des
Täufers Johannes. Beide sind aller Feindseligkeit zum Trotz ihrer Sendung treu
geblieben. Ein gleiches Schicksal steht Jesus bevor.
Christus,
der Herr, den Johannes als Lamm Gottes verkündet hat,
sei mit euch.
Christus, Menschen haben dich zum Tod verurteilt.
Herr, erbarme dich.
Du hast für uns dein Blut vergossen.
Christus, erbarme dich.
Auferstanden von den Toten schenkst du uns ewiges Leben.
Herr, erbarme dich.
Allmächtiger, ewiger Gott, du hast den heiligen
Ignatius von Loyola berufen, in der Nachfolge Christi zur größeren Ehre deines
Namens zu wirken. Lass uns nach seinem Beispiel und mit seiner Hilfe auf Erden
den guten Kampf bestehen, damit wir auch im Himmel den Siegeskranz empfangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus ,
deinen Sohn, unsern Herrn und Gott,
der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle
Ewigkeit.
Christus (Kreuz, im Schloss Xavier, wo Ignatius aufgewachsen ist. 13. Jh.)
 
Lesung:
Jer 26,11-16.24:
Die Priester verurteilen Jeremia
Die Priester und Propheten sagten zu den
Beamten und zum ganzen Volk: Dieser Mann hat den Tod verdient; denn er hat gegen
diese Stadt geweissagt, wie ihr mit eigenen Ohren gehört habt.
Jeremia aber erwiderte allen Beamten und dem ganzen Volk: Der Herr hat mich
gesandt, damit ich als Prophet gegen dieses Haus und diese Stadt alle Worte
verkünde, die ihr gehört habt.
Nun also, bessert euer Verhalten und euer Tun und hört auf die Stimme des Herrn,
eures Gottes! Dann wird den Herrn das Unheil reuen, das er euch angedroht hat.
Ich selbst bin in eurer Hand; macht mit mir, was ihr für gut und recht haltet.
Aber das sollt ihr wissen: Wenn ihr mich tötet, bringt ihr unschuldiges Blut
über euch, über diese Stadt und ihre Einwohner. Denn der Herr hat mich wirklich
zu euch gesandt, damit ich euch alle diese Worte in die Ohren rufe.
Da sagten die Beamten und das ganze Volk zu den Priestern und Propheten: Dieser
Mann hat den Tod nicht verdient; denn er hat zu uns im Namen des Herrn, unseres
Gottes, geredet.
Ahikam jedoch, der Sohn Schafans, beschützte Jeremia, sodass man ihn nicht dem
Volk auslieferte, das ihn töten wollte.
Zu Jer 26,11-16.24: Von der Obrigkeit zum Tod verurteilt
Die religiöse Autoritäten haben die harten Worte Jeremias gegen die falsche
Tempelfrömmigkeit und seine Ankündigung des Untergangs des Tempels als
Blasphemie ausgelegt. Darauf stand der Tod. Jeremias verteidigt sich, weil Gott
selber ihm aufgetragen habe, gegen die veräusserlichte Frömmigkeit der
Oberschicht zu protestieren, welche die Armen ausbeutete. Jetzt schützen zivile
Autoritäten den Propheten vor der Gewalt der Priester. Das Vorgehen gegen
Jeremia lässt uns an den Prozess gegen Jesus denken.
Bilder: Jeremia (Mosaik, Ravenna, S. Vitale Nuovo, vor 550)
Jeremia unter dem Schutz des Ewigen 8M. Chagall + 1985)
Im Angesicht der Engel will
ich dir psallieren,
Herr, mein Gott. (Ps 138,1; RB 19,5)
Psalm
69,15-16.30-31.33-34: In deiner grossen Huld erhöre mich, Herr.
Entreiß mich dem Sumpf, damit ich nicht versinke.
Zieh mich heraus aus dem Verderben,
aus dem tiefen Wasser!
Lass nicht zu, dass die Flut mich überschwemmt,
die Tiefe mich verschlingt,
der Brunnenschacht über mir seinen Rachen schließt.
Ich aber bin elend und voller Schmerzen;
doch deine Hilfe, o Gott, wird mich erhöhen.
Ich will den Namen Gottes rühmen im Lied,
in meinem Danklied ihn preisen.
Schaut her, ihr Gebeugten, und freut euch;
ihr, die ihr Gott sucht: euer Herz lebe auf!
Denn der Herr hört auf die Armen,
er verachtet die Gefangenen nicht
David betet,
während die Begleitung über ihn tuschelt
(Stundenbuch, Duc de Berry, 1408)
Ruf zum Evangelium
Halleluja. Halleluja.
Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden;
denn ihnen gehört das Himmelreich.
(vgl. Mt 5,10)
Halleluja.
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Evangelium:
Mt 14,1-12:
Die Enthauptung des Täufers
Zu
dieser Zeit hörte der Tetrarch Herodes, was man von Jesus erzählte. Er sagte
zu seinem Gefolge: Das ist Johannes der Täufer. Er ist von den Toten
auferstanden; deshalb wirken solche Kräfte in ihm.
Herodes hatte nämlich Johannes festnehmen und in Ketten ins Gefängnis werfen
lassen. Schuld daran war Herodias, die Frau seines Bruders Philippus. Denn
Johannes hatte zu Herodes gesagt: Du hattest nicht das Recht, sie zur Frau
zu nehmen.
Der König wollte ihn deswegen töten lassen, fürchtete sich aber vor dem
Volk; denn man hielt Johannes für einen Propheten.
Als aber der Geburtstag des Herodes gefeiert wurde, tanzte die Tochter der
Herodias vor den Gästen. Und sie gefiel Herodes so sehr, dass er schwor, ihr
alles zu geben, was sie sich wünschte.
Da sagte sie auf Drängen ihrer Mutter: Lass mir auf einer Schale den Kopf
des Täufers Johannes herbringen. Der König wurde traurig; aber weil er einen
Schwur geleistet hatte - noch dazu vor allen Gästen -, befahl er, ihr den
Kopf zu bringen. Und er ließ Johannes im Gefängnis enthaupten. Man brachte
den Kopf auf einer Schale und gab ihn dem Mädchen und sie brachte ihn ihrer
Mutter.
 Die
Jünger des Johannes aber holten den Leichnam und begruben ihn. Dann gingen
sie zu Jesus und berichteten ihm alles.
Zu Mt 14,1-12: Johannes der Täufer als Opfer der Obrigkeit
Johannes, der als Prophet den Mächtigen ins Gewissen geredet hat, wird ein
Opfer der Intrigen und der Willkür des königlichen Hofes. Die Jünger des
Johannes erzählen Jesus dieses Unrecht. Jesus muss ahnen, was ihm
bevorsteht, wenn er selber gegen das Unrecht auftritt.
Bilder:
Herodes Antipas (Karolingische Wandmalerei, Müstair GR)
Herodes Antipas Münze)
Enthauptung des Johannes (Spinello Aretino + 1644)
Herodianum
Fürbitten
Herr Jesus Christus, du bist unschuldig verurteilt worden:
Verzeihe den Verfolgern der Kirche, gib Starkmut den Verfolgten.
Erinnere die Mächtigen in Staat und Gesellschaft an ihre Verantwortung.
Steh den Schwachen und Bedrückten zur Seite und stärke sie mit der Kraft des
Geistes.
Hilf uns selber, für dich Zeugnis zu geben, auch wenn wir nicht verstanden
werden.
Barmherziger Gott, steh deinem Volk immer wieder zur Seite. Schenke
alles, was wir und unsere Nächsten auf dem Weg zu dir brauchen. Durch
Christus, unseren Herrn.
Romanisches Kruzifix (Grabbeilage,
Einsiedeln, nach 1039)
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Der Herr segne uns.
Er behüte uns vor allem Bösen
und führe uns bis ins ewige Leben.
 
Gedenktage
Ignatius von Loyola kam während der
Rekonvaleszenz von einer Verwundung, die er sich in einer Schlacht zugezogen
hatte, zu einem Umdenken. Nach einer Zurückgezogenheit in Montserrat und
Manresa, entschloss er sich zur Gründung des Ordens der „Gesellschaft Jesu“,
um die schwer angeschlagene Kirche zu reformieren. Er sammelte in Paris
Gefährten um sich. Später leitete er den Orden von Rom aus. + 1556.
Germanus von Auxerre
wurde Bischof seiner Vaterstadt. Wie Martin von Tours förderte er das
Mönchtum. Patrick von Irland war sein Schüler. An seinem Grab entstand eine
berühmte Benediktinerabtei. + 448
Bilder: Ignatius (J. M. Montanès + 1649)
St-Germain, Auxerre
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