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4. Febr.: Samstag, 4. Woche II
Mariensamstag
Lesungen: 1 Kön 3,4-13; Mk 6,30-34
Jesus zieht sich in die Einsamkeit
zurück, obwohl ihn viele aufsuchen wollten. (Evangelium) Der junge Salomo
wünscht sich Weisheit. (Evangelium) In beiden Texten findet sich aber auch das
Motiv der Fürsorge für das Volk oder des Mitleids mit Menschen in Not. Beides
darf nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Christus, der Herr, der in der Stille beten wollte,
sei mit euch.
Christus, Du hast die Einsamkeit aufgesucht.
Herr, erbarme dich.
Du bist der gute Hirt.
Christus, erbarme dich.
Du hast Mitleid mit den Menschen.
Herr, erbarme dich.
Allmächtiger Gott, wir gedenken der seligen Jungfrau Maria, die du aus allen
Menschen erwählt und geheiligt hast. Höre auf ihre Fürsprache und schenke auch
uns Heil und Segen aus der Fülle deiner Gnade. Darum bitten wir durch Jesus
Christus, deinen Sohn, unsern Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen
Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
Christus, im Kreis der Evangelisten
(Lorscher Evangeliar, um 810, Aachen)
 
Lesung: 1 Kön 3,4-13:
Salomos Bitte um Weisheit
König Salomo ging nach Gibeon, um dort zu opfern; denn hier war die angesehenste
Kulthöhe. Tausend Brandopfer legte Salomo auf ihren Altar. In Gibeon erschien
der Herr dem Salomo nachts im Traum und forderte ihn auf: Sprich eine Bitte aus,
die ich dir gewähren soll.
Salomo
antwortete: Du hast deinem Knecht David, meinem Vater, große Huld erwiesen; denn
er lebte vor dir in Treue, in Gerechtigkeit und mit aufrichtigem Herzen. Du hast
ihm diese große Huld bewahrt und ihm einen Sohn geschenkt, der heute auf seinem
Thron sitzt. So hast du jetzt, Herr, mein Gott, deinen Knecht anstelle meines
Vaters David zum König gemacht. Doch ich bin noch sehr jung und weiß nicht, wie
ich mich als König verhalten soll. Dein Knecht steht aber mitten in deinem Volk,
das du erwählt hast: einem großen Volk, das man wegen seiner Menge nicht zählen
und nicht schätzen kann. Verleih daher deinem Knecht ein hörendes Herz, damit er
dein Volk zu regieren und das Gute vom Bösen zu unterscheiden versteht. Wer
könnte sonst dieses mächtige Volk regieren?
Es
gefiel dem Herrn, dass Salomo diese Bitte aussprach. Daher antwortete ihm Gott:
Weil du gerade diese Bitte ausgesprochen hast und nicht um langes Leben,
Reichtum oder um den Tod deiner Feinde, sondern um Einsicht gebeten hast, um auf
das Recht zu hören, werde ich deine Bitte erfüllen. Sieh, ich gebe dir ein so
weises und verständiges Herz, dass keiner vor dir war und keiner nach dir kommen
wird, der dir gleicht. Aber auch das, was du nicht erbeten hast, will ich dir
geben: Reichtum und Ehre, sodass zu deinen Lebzeiten keiner unter den Königen
dir gleicht.
Zu
1 Kön 3,4-13:
Ein selbstkritischer König
Salomon ist jung König
geworden. Er ist selbstkritisch genug, um zu wissen, dass viel von ihm gefordert
ist, wenn er das Volk Gottes führen soll. Auf einer Kulthöhe bei Jerusalem
bittet er Gott um „ein hörendes Herz“ und um die Weisheit des Herzens. –
„Salomonische“ Weisheit blieb auch künftig gefragt. St. Benedikt beginnt seine
Regel mit „Höre!“ und „Neige das Ohr deines Herzens!“
Bilder:
Gibeon
Megalitisches Steinmal
Ein König beim Opfer (Mari, 2. Jh. v. Chr:)
Der Hörende
Salomo (Miniatur einer hebräischen Bibel)
Im Angesicht der Engel will ich dir psallieren,
Herr, mein Gott. (Ps 138,1; RB 19,5)

Psalm 119, 9-14: Herr, lehre mich deine Gesetze!
Wie geht ein junger Mann seinen Pfad ohne Tadel?
Wenn er sich hält an dein Wort.
Ich suche dich von ganzem Herzen.
Lass mich nicht abirren von deinen Geboten!
Ich berge deinen Spruch im Herzen,
damit ich gegen dich nicht sündige.
Gepriesen seist du, Herr.
Lehre mich deine Gesetze!
Mit meinen Lippen verkünde ich
alle Urteile deines Mundes.
Nach deinen Vorschriften zu leben
freut mich mehr als großer Besitz.
David psalliert inmitten seines Volkes.
(Ferdinand Gehr, + 1998)
Ruf zum Evangelium
Halleluja, Halleluja.
Meine Schafe hören auf meine Stimme;
ich kenne sie, und sie folgen mir.
(Vgl. Joh 10,25)
Halleluja.
 
Evangelium: Mk 6,30-34:
Die Rückkehr der Jünger
Die Apostel, die Jesus ausgesandt hatte, versammelten sich wieder bei ihm und
berichteten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten.
Da sagte er zu ihnen: Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und
ruht ein wenig aus. Denn sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen, so zahlreich
waren die Leute, die kamen und gingen.
Sie fuhren also mit dem Boot in eine einsame Gegend, um allein zu sein. Aber man
sah sie abfahren und viele erfuhren davon; sie liefen zu Fuß aus allen Städten
dorthin und kamen noch vor ihnen an.
Als er ausstieg und die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn
sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er lehrte sie lange.
 
Zu Mk 6,30-34:
Das Mitleid des Hirten
Jesus will eigentlich die „Apostel“ („Sendlinge“), die von ihrer Predigt-Sendung
zurück gekommen sind, in der Einsamkeit um sich sammeln und schulen. Auf sie
wartet ja eine grosse Aufgabe (Lehren und Heilen), die sie im Namen Jesu
erfüllen sollen. Doch die Leute drängen sich um Jesus. Mitleid drängt nun ihn,
sein Vorhaben zurückzustellen und als Heiland auf die Menschen zuzugehen.
Markus zeigt, dass Jesus ein neuer Mose ist; dieser hat früher sein Volk wie
ein Hirt geführt.
Bilder: Jesus spricht mit den Jüngern (Chartres, 13. Jh.)
Boot auf dem See Gennesaret
Der "einsame Ort" am See Gennesaret
Jesus und die vielen Menschen (Stundenbuch, Duc de Berry, 1604)

Fürbitten
Herr Jesus Christus, du hast die Stille und Einsamkeit aufgesucht:
Zeige dich als guter Hirt deiner Kirche und führe sie näher zu Gott.
Schenke allen Bürgerinnen und Bürgern Weisheit und Einsicht.
Stärke die Eheleute, dass sie aufeinander hören und einander verstehen.
Schenke uns selber ein hörendes Herz.
Barmherziger Gott, in deinem Sohn richtest du dein Wort an die Menschheit;
stärke die Kirche in der Bereitschaft, dein Wort zu hören und zu verkünden.
Durch ihn, Christus, unsern Herrn.
Der Gekreuzigte mit Maria und Johannes
(Stundenbuch, vor 1500, Einsiedeln)
Der Herr segne uns.
Er behüte uns vor allem Bösen
und führe uns bis ins ewige Leben.
 Gedenktage
Rabanus Maurus
war Mönch und Abt von Fulda, dann Erzbischof von Mainz. Hervorragend als
Theologe, erhielt er den Namen „Lehrer Germaniens“. Er gilt als Verfasser des
Hymnus „Veni, Creator Spiritus“. + 865
Veronika
von Jerusalem war nach der Legende eine Jüngerin Jesu. Sie soll ihm das
Schweisstuch gereicht haben, in dem sich das wahre Abbild (vera icon) des
Leidensantlitzes abbildete.
Gilbert,
ein Priester, gründete in Sempringham das Doppelkloster von Mönchen und Nonnen, die Spitäler
und Armenhäuser betreuten. + 1189.
Christian,
Priester und Zisterziensermönchzu Himmerod in der Eifel war ein grosser
Marienverehrer. + 1222.

Mariengedenken
Schon zur Zeit der Evangelisten pflegt die Kirche Maria, die Mutter Jesu,
rühmend zu grüssen: „Sei gegrüsst!“, „Freue dich, du
Gefreute/Charmante/Begnadete!“ Von ihrem Verhalten her gilt Maria als Vorbild.
Von ihrer Weisung („Tut, was er euch sagt!“) her als Wegweiserin zu Christus.
Von ihrem Gotteslob her (Magnifikat) wird sie als Vorbeterin oder prophetische
Vorsängerin der Christen verstanden. Von ihrer Nähe zum Gottessohn her wird sie
als Fürsprecherin angesprochen.
Bilder:
V.r.n.l:: Raban, Diakon Alkuin, ein Schreiber
Veronika (H. Memling + 1494)
Maria als Betende
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