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10. Febr.: HEILIGE SCHOLASTIKA
Lesungen: Hos 2,16.20-22; Offb
19,5-9a; Lk 10,38-42
Wir leben heute in einer geschäftigen und betriebsamen Welt. Wer in Beschlag
genommen ist von Arbeit und Einsatz, sollte sich auch Zeit für die komplementäre
Besinnlichkeit nehmen.

Christus, der Herr, der
uns zu seinem Gastmahl lädt,
sei mit euch.
Christus: Du warst Gast bei Martha und
Maria.
Herr, erbarme dich.
Du lädst zum himmlischen Hochzeitsmahl.
Christus, erbarme dich.
Du bist Bräutigam und Haupt des neuen
Bundesvolkes.
Herr, erbarme dich.
Erhabener Gott, wir begehen
das Gedächtnis der heiligen Jungfrau Scholastika. Lass uns nach ihrem Beispiel
dir stets in aufrichtiger Liebe dienen und gewähre uns in deiner Güte einst
einen seligen Heimgang zu dir. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen
Sohn, unsern Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir
lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
Christus
(Fresko, Abbazia S. Scolastica, Subiaco)
Lesung:
Hos 2,16.20-22:
Der neue Bund
 Darum
will ich selbst sie verlocken. Ich will sie in die Wüste hinausführen und sie
umwerben.
Ich schließe für Israel an jenem Tag einen Bund mit den Tieren des Feldes und
den Vögeln des Himmels und mit allem, was auf dem Erdboden kriecht. Ich
zerbreche Bogen und Schwert, es gibt keinen Krieg mehr im Land, ich lasse sie
Ruhe und Sicherheit finden.
Ich traue dich mir an auf ewig; ich traue dich mir an um den Brautpreis von
Gerechtigkeit und Recht, von Liebe und Erbarmen, ich traue dich mir an um den
Brautpreis meiner Treue: Dann wirst du den Herrn erkennen.
Zu Hos 2,16.20-22: Gott ist die Liebe
Hosea spricht von der übergrossen Liebe Gottes zu seinem Volk. Zuvor wurde
gedroht, dass Gott sein ehebrecherisches, untreues Volk strafen werde, jetzt
spricht Hosea davon, dass Gott sein Volk wie eine geliebte Braut umwirbt, wie in
den Tagen der Jugend, als er Israel aus Ägypten befreite. – Dieser Text ist zum
heutigen Fest ausgewählt worden, weil Papst Gregor d. Gr., in seinen Dialogen
zum Leben des heiligen Benedikt, dessen Schwester Scholastika eine grössere
Liebe zuschreibt als ihrem Bruder, dem regeltreuen Benedikt. Gregor zitiert 1
Joh 4,8: „Gott ist die Liebe“. Scholastika ist ein Vorbild des beschaulichen
Lebens.
Bilder: Hosea (Duccio di Buoninsegna + 1319)
Christus als Bräutigam der Kirche (Miniatur, um 1130)
Im Angesicht der Engel will ich dir psallieren,
Herr, mein Gott. (Ps 138,1; RB 19,5)
Psalm
148,1-2.11-14:
Ihr jungen Männer und auch ihr Mädchen,
lobt den Namen des Herrn!
Lobt den Herrn vom Himmel her,
lobt ihn in den Höhen:
Lobt ihn, all seine Engel,
lobt ihn, all seine Scharen;
Ihr Könige der Erde und alle Völker,
ihr Fürsten und alle Richter auf Erden,
ihr jungen Männer und auch ihr Mädchen,
ihr Alten mit den Jungen!
Loben sollen sie den Namen des Herrn;
denn sein Name allein ist erhaben,
seine Hoheit strahlt über Erde und Himmel.
Seinem Volk verleiht er Macht,
das ist ein Ruhm für all seine Frommen,
für Israels Kinder, das Volk, das ihm nahen darf.
Engelchöre beim Lobpreis
(G. B. Torricelli, 1750, Einsiedeln, Psallierchor))
Ruf zum Evangelium
Halleluja. Halleluja.
So spricht der Herr: Wer mich liebt, wird mein Gebot festhalten
mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen.
(Joh 14,23)
Halleluja.
Evangelium:
Lk 10,38-42: Marta und Maria
Jesus
und seine Jünger zogen zusammen weiter und er kam in ein Dorf. Eine Frau namens
Marta nahm ihn freundlich auf. Sie hatte eine Schwester, die Maria hieß. Maria
setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seinen Worten zu.
Marta
aber war ganz davon in Anspruch genommen, für ihn zu sorgen. Sie kam zu ihm und
sagte: Herr, kümmert es dich nicht, dass meine Schwester die ganze Arbeit mir
allein überlässt? Sag ihr doch, sie soll mir helfen!
Der Herr antwortete: Marta, Marta, du
machst dir viele Sorgen und Mühen. Aber nur eines ist notwendig.
Maria hat das Bessere gewählt, das soll ihr nicht genommen werden.
Zu Lk 10,38b-42: Aus dem Wort
Gottes leben!
Bei Lukas finden sich nacheinander zwei Abschnitte, die bei andern Evangelisten
nicht vorkommen. Unmittelbar vorher hat Lukas im Gleichnis vom Samariter
eindringlich zum Dienst am Nächsten aufgefordert. In der Erzählung von Marta und
Maria ergänzt Lukas die Aufforderung zur Nächstenliebe mit der Aufforderung zum
beschaulichen Hören auf Gottes Wort. Die „Diakonie“ soll in der Gottesliebe
verwurzelt sein und daraus Kraft schöpfen; denn bei „zu viel“ Aktivität kann die
christliche Liebe ihre Identität verlieren.
Bilder: Lukas (Miniatur, S. Maria ad
gradus, Köln, um 1030)
Jesus mit Maria und Marta (Miniatur, Reichenau, nach 1000)

Fürbitten
Herr Jesus Christus, Sohn der Jungfrau
Maria:
Heilige die Kirche durch das beschauliche Leben und den
Dienst der Ordensfrauen.
Stärke Ordensschwestern und Pflegerinnen, die Kranke betreuen.
Begleite alleinstehende Frauen, die dir und den Nächsten dienen.
Zeige uns in der klösterlichen Berufung ein Zeichen des künftigen Lebens.
Heiliger Gott, das fromme Leben der heiligen Scholastika erfüllt uns mit Freude:
ihre Fürbitte helfe uns, im Guten zu wachsen und dein Lob zu mehren. Im Heiligen
Geist, durch Christus, unsern Herrn.
Kruzifix
(P. Gaugin + 1903)
Der Herr segne uns.
Er behüte uns vor allem Bösen
und führe uns bis ins ewige Leben.
Gedenktage

Scholastika. Gregor d. Gr.
berichtet uns von der leiblichen Schwester des Mönchsvaters Benedikt. Als
Benedikt einmal zu ihr kam, um mit ihr geistliche Gespräche zu führen, entstand
auf ihr Gebet ein starkes Gewitter, das Benedikt, gegen die klösterlichen
Normen, zu einem längeren Bleiben nötigte. So konnte das geistliche Gespräch
weitergeführt werden. - Scholastikas Grab wird zu Montecassino neben dem des
heiligen Benedikt verehrt.
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Bilder:
Scholastika (Th. Schwanthaler, St. Wolfgang am Abersee, 1675)
Benedikt und Scholastika beim geistlichen Gespräch. (Pater Karl Stadler,
Engelberg)
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