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12. März: Fastenzeit - 3. Woche, Freitag
Lesungen: Hos 14,2-10; Mk 12,28b-34
Manche sonnen sich gern im Licht von eigenen
„religiösen“ Verdiensten. Heute sollen Taufbewerber und Getaufte eine andere
Perspektive kennen lernen. Gott schenkt seine Liebe unverdient (Hosea). Jesus
fordert Gottes- und Nächstenliebe als menschliche Antwort auf die Liebe Gottes.

Christus, der Herr, der das Reich Gottes verkündet hat,
sei mit euch.
Christus, du gibst Gebot und Beispiel der Liebe.
Herr, erbarme dich.
Du lehrst uns die Liebe zu Gott, deinem Vater.
Christus, erbarme dich.
Du hast dein Leben hingegeben für deine Brüder und
Schwestern.
Herr, erbarme dich.
Gütiger Gott, lass deine Gnade mächtig werden in unseren Herzen, damit wir
imstande sind, unser eigenes Begehren zu meistern und den Anregungen deines
Geistes zu folgen. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern
Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und
herrscht in alle Ewigkeit.
Cristo Crucificado (1595)
(Das Heiligtum des Cristo Negro in Esquipulas, Guatemala, ist "das spirituelle
Herz" (Johannes Paul II) von ganz Zentralamerika. Die grosse
Wallfahrtsbasilika wird von einem Benediktinerkloster betreut, das ein
Urenkel-Kloster von Einsiedeln ist.
 Lesung:
Hos 14,2-10:
Die Umkehr als Bedingung für die Rettung
So spricht der Herr: Kehr um, Israel, zum Herrn, deinem Gott! Denn du bist zu
Fall gekommen durch deine Schuld. Kehrt um zum Herrn, nehmt Worte (der Reue) mit
euch und sagt zu ihm: Nimm alle Schuld von uns und lass uns Gutes erfahren!
Wir danken es dir mit der Frucht unserer Lippen. Assur kann uns nicht retten.
Wir wollen nicht mehr auf Pferden reiten und zum Machwerk unserer Hände sagen
wir nie mehr: Unser Gott. Denn nur bei dir findet der Verwaiste Erbarmen.
So spricht der Herr: Ich will ihre Untreue heilen und sie aus lauter Großmut
wieder lieben. Denn mein Zorn hat sich von Israel abgewandt. Ich werde für
Israel da sein wie der Tau, damit es aufblüht wie eine Lilie und Wurzeln schlägt
wie der Libanon. Seine Zweige sollen sich ausbreiten, seine Pracht soll der
Pracht des Ölbaums gleichen und sein Duft dem Duft des Libanon.
Sie werden wieder in meinem Schatten wohnen; sie bauen Getreide an und gedeihen
wie die Reben, deren Wein so berühmt ist wie der Wein vom Libanon. Was hat
Efraim noch mit den Götzen zu tun? Ich, ja ich, erhöre ihn, ich schaue nach ihm.
Ich bin wie der grünende Wacholder, an mir findest du reiche Frucht.
Wer
weise ist, begreife dies alles, wer klug ist, erkenne es. Ja, die Wege des Herrn
sind gerade; die Gerechten gehen auf ihnen, die Treulosen aber kommen auf ihnen
zu Fall.
Zu Hos 14,2-10: Das Geschenk der Umkehr
Zur Zeit des Hosea waren die Reichen mächtig, die sozialen, religiösen und
staatlichen Verhältnisse ruinös geworden; schliesslich ging das Nordreich unter
(721 v. Chr.). Der Prophet erhofft eine Besserung nicht von der Politik, wohl
aber von der Umkehr zum Bundesgott. Gott selbst wird diese Umkehr möglich
machen, weil er sein verwaistes Volk „liebt“ (erstmals sagt ein Prophet, dass
Gott „liebt“). Die heilende Zuwendung Gottes zu seinem Volk wird zu einer
ganzheitlichen, auch sozialen Wohlfahrt führen. - Sind wir Christen offen für
die Initiative Gottes zu unserem Heil oder wollen wir uns selber zurechtfinden?
Bilder: Hosea (Winchester-Bibel 1170)
Libanon: Zedern
Olivenhain
Im Angesicht der Engel will ich dir psallieren,
Herr, mein Gott. (Ps 138,1; RB 19,5)
Psalm
81,6c-11b.14.17: Ich bin der Herr, dein Gott;
höre auf meine Stimme!
Eine Stimme höre ich, die ich noch nie vernahm:
Seine Schulter hab ich von der Bürde befreit,
seine Hände kamen los vom Lastkorb.
Du riefst in der Not und ich riss dich heraus.
Ich habe dich aus dem Gewölk des Donners erhört,
an den Wassern von Meríba geprüft.
Höre, mein Volk, ich will dich mahnen!
Israel, wolltest du doch auf mich hören!
Für dich gibt es keinen andern Gott.
Du sollst keinen fremden Gott anbeten.
Ich bin der Herr, dein Gott,
der dich heraufgeführt hat aus Ägypten.
Ach, dass doch mein Volk auf mich hörte;
dass Israel gehen wollte auf meinen Wegen!
Ich würde es nähren mit bestem Weizen
und mit Honig aus dem Felsen sättigen.
Engel (E. Schilling,
Kapelle mit der Einsiedler-Madonna, auf Haldi, ob Schattdorf Uri)
Ruf zum Evangelium
Christus, du ewiges Wort des Vaters. Ehre sei dir!
Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.
(Mt 4,17)
Christus, du ewiges Wort des Vaters.
 Evangelium:
Mk 12,28b-34:
Die Frage nach dem wichtigsten Gebot
Ein Schriftgelehrter ging zu Jesus hin und fragte ihn: Welches Gebot ist das
erste von allen?
Jesus antwortete: Das erste ist: Höre, Israel, der Herr,
unser Gott, ist der einzige Herr. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben
mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner
Kraft.
Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
Kein anderes Gebot ist größer als diese beiden.
Da sagte der Schriftgelehrte zu ihm: Sehr gut, Meister! Ganz
richtig hast du gesagt: Er allein ist der Herr, und es gibt keinen anderen außer
ihm, und ihn mit ganzem Herzen, ganzem Verstand und ganzer Kraft zu lieben und
den Nächsten zu lieben wie sich selbst, ist weit mehr als alle Brandopfer und
anderen Opfer.
Jesus sah, dass er mit Verständnis geantwortet hatte, und
sagte zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes. Und keiner wagte mehr, Jesus
eine Frage zu stellen.

Zu Mk 12,28b-34: Eine Liebe, die Gottesdienst ist
Jesus wird nach dem einen Hauptgebot gefragt. Er spricht vom Doppelgebot der
Gottes- und Nächstenliebe. Wie Matthäus und Lukas betont Markus die Einheit
dieser Liebe. Gott von ganzem Herzen als den Einzigen anerkennen, weckt das
Feuer einer Liebe, die zu den andern weiterströmen will. Markus allein geht
einen Schritt weiter, indem er diese gelebte Liebe als wahren Gottesdienst
erklärt. (vgl. Frisque)
Bilder:
Markus (Evangeliar Karls d. Gr.)
Betende (Calixtus-Katakomben)
Barmherzigkeit gegen Bedürftige

Fürbitten
Christus, du lädst uns zu Gottes- und Nächstenliebe ein:
Mache alle, die deine Frohbotschaft hören, dankbar für die Liebe und Zuwendung
Gottes.
Entzünde deine Liebe in den Herzen der Gläubigen.
Schicke den Notleidenden hilfsbereite Menschen, die ihnen mit Rat und Tat
beistehen,
Nimm dich um alle an, die sich unserem Gebet empfohlen haben.
Gott, läutere uns, damit wir dich von Herzen lieben und deine Liebe weitergeben
an deine Geschöpfe. So bitten wir, im Heiligen Geist, durch Christus, unsern
Herrn.
Der Gekreuzigte mit Maria und Johannes
(Melk, 13. Jh.)
Der Herr segne uns.
Er behüte uns vor allem Bösen
und führe uns bis ins ewige Leben.
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