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9. Febr.: Donnerstag, 5. Woche II
Lesungen: 1 Kön 11,4-13; Mk
7,24-30
Wie können oder sollen verschiedene Religionen miteinander umgehen? In der
ersten Lesung begegnet uns ein Beispiel des Indifferentismus: Es kommt nicht drauf
an! Salomon hält jede Art von Kult für „gleich-gültig“. Im Evangelium lässt sich
Jesus vom Glauben einer Ausländerin zum Heilswirken gegenüber Fremden bewegen.
Christus, der Herr, der die Kranken geheilt hat,
sei mit euch.
Christus:
Du hast eine heidnische Frau angehört.
Herr, erbarme dich.
Das Vertrauen einer Heidin hat dich
gerührt.
Christus, erbarme dich.
Du hast die Bitten der fremden Frau
erfüllt.
Herr, erbarme dich.
Allmächtiger, ewiger Gott, du erleuchtest alle, die an dich glauben.
Offenbare dich den Völkern der Erde, damit alle Menschen das Licht deiner
Herrlichkeit schauen. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern
Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und
herrscht in alle Ewigkeit.
Christus, umgeben von Engeln
(Giotto + 1337)
 
Lesung: 1 Kön 11,4-13:
Salomos Bundesbruch
und die Ankündigung des Gerichts
Als Salomo älter wurde, verführten ihn seine Frauen zur Verehrung anderer
Götter, sodass er dem Herrn, seinem Gott, nicht mehr ungeteilt ergeben war wie
sein Vater David. Er verehrte Astarte, die Göttin der Sidonier, und Milkom, den
Götzen der Ammoniter. Er tat, was dem Herrn missfiel, und war ihm nicht so
vollkommen ergeben wie sein Vater David. Damals baute Salomo auf dem Berg
östlich von Jerusalem eine Kulthöhe für Kemosch, den Götzen der Moabiter, und
für Milkom, den Götzen der Ammoniter. Dasselbe tat er für alle seine
ausländischen Frauen, die ihren Göttern Rauch- und Schlachtopfer darbrachten.
Der Herr aber wurde zornig über Salomo, weil sich sein Herz von ihm, dem Gott
Israels, abgewandt hatte, der ihm zweimal erschienen war und ihm verboten
hatte, fremden Göttern zu dienen. Doch Salomo hielt sich nicht an das, was der
Herr von ihm verlangt hatte.
Daher sprach der Herr zu ihm: Weil es so mit dir steht, weil du meinen Bund
gebrochen und die Gebote nicht befolgt hast, die ich dir gegeben habe, werde ich
dir das Königreich entreißen und es deinem Knecht geben. Nur deines Vaters David
wegen werde ich es nicht schon zu deinen Lebzeiten tun; erst deinem Sohn werde
ich es entreißen.
Doch
werde ich ihm das Königtum nicht ganz entreißen; ich lasse deinem Sohn noch
einen Stamm wegen meines Knechtes David und wegen Jerusalem, der Stadt, die ich
erwählt habe.
Zu 1 Kön 11,4-13: Salomo bricht die Bundestreue
Salomos Reichtum erlaubte ihm einen grossen Harem. Dass die fremden Frauen in
ihren Nöten die Gottheiten ihrer Heimat anriefen, ist für die damalige Zeit
irgendwie verständlich. Doch dem König fehlt die Gabe der Unterscheidung. Sein
Verhalten ist bedenklich. Schliesslich beteiligt er sich selber am Götzenkult
und bricht so den Bund, für den der König eine Hauptverantwortung trägt. Das hat
Konsequenzen.
Bilder:
Salomo
Kulthöhe (Eisenzeit; W. Zwickel)
Aschera / Astarte
Amulett aus Palästina
Amulett aus Palästina
Im Angesicht der Engel will ich dir psallieren,
Herr, mein Gott. (Ps 138,1; RB 19,5)
Psalm
106,3-4.35-37.40: Denk an uns, Herr
aus Liebe zu deinem
Volk!
Wohl denen, die das Recht bewahren
und zu jeder Zeit tun, was gerecht ist.
Denk an mich, Herr, aus Liebe zu deinem Volk,
such mich auf und bring mir Hilfe!
Sie vermischten sich mit den Heiden
und lernten von ihren Taten.
Sie dienten ihren Götzen;
die wurden ihnen zur Falle.
Sie brachten ihre Söhne und Töchter dar
als Opfer für die Dämonen.
Der Zorn des Herrn entbrannte gegen sein Volk,
er empfand Abscheu gegen sein Erbe.
David psalliert auf der Harfe.
Ruf zum Evangelium
Halleluja. Halleluja.
Nehmt
euch das Wort zu Herzen, das in euch eingepflanzt worden ist
und das die Macht hat, euch zu retten.
(Vgl. Jak 1,21bc)
Halleluja.
Evangelium:
Mk 7,24-30:
Die Erhörung der Bitte einer heidnischen Frau
 Jesus
brach auf und zog von dort in das Gebiet von Tyrus. Er ging in ein Haus, wollte
aber, dass niemand davon erfuhr; doch es konnte nicht verborgen bleiben. Eine
Frau, deren Tochter von einem unreinen Geist besessen war, hörte von ihm; sie
kam sogleich herbei und fiel ihm zu Füßen. Die Frau, von Geburt Syrophönizierin,
war eine Heidin. Sie bat ihn, aus ihrer Tochter den Dämon auszutreiben.
Da sagte er zu ihr: Lasst zuerst die Kinder satt werden; denn es ist nicht
recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen.
Sie erwiderte ihm: Ja, du hast recht, Herr! Aber auch für die Hunde unter dem
Tisch fällt etwas von dem Brot ab, das die Kinder essen.
Er antwortete ihr: Weil du das gesagt hast, sage ich dir: Geh nach Hause, der
Dämon hat deine Tochter verlassen. Und als sie nach Hause kam, fand sie das Kind
auf dem Bett liegen und sah, dass der Dämon es verlassen hatte.
Zu Mk
7,24-30: Der Messias Israels ist auch Heiland der Völker
Zur Zeit des Markus war klar geworden, dass der Glaube an Christus von seinem
eigenen Volk zum grossen Teil abgelehnt wurde, während andere Völker sich ihm
öffneten. Die Darstellung des Evangelisten zeigt, dass Jesus tatsächlich als
Messias seines eigenen Volkes gesandt wurde. Jesus erfüllt aber auf fremdem
Boden die vertrauensvolle Bitte einer Heidin, die ihn mit „Herr“ anspricht. Ihr
Glaube sprengt die Grenze zwischen Judentum und Heidentum und bewegt auch Jesus
zur Überschreitung dieser Grenze. Er beginnt die Heidenmission. Die Worte über
die Brotabfälle erinnern an die Brotvermehrung, bei der viel „Brot“ übrig
geblieben war. Es ist für die „Heiden“ bestimmt. (vgl. Frisque)
Bilder:
Markus (Mainzer Evangeliar, um 1250)
Tyrus (Antike Ruinen)
Heilung einer kranken Tochter
(S. Rösch, 1472, "Devotionale pulcherrimum", St. Gallen - Einsiedeln)

Fürbitten
Herr Jesus Christus, Heiland der Welt:
Berühre die Herzen der Menschen, damit sie dir vertrauen und glauben.
Lass alle Völker erkennen, dass alle Menschen Kinder des einen Vaters im Himmel
sind.
Stärke die Eheleute im Bemühen um ein gutes Familienleben.
Steh den Kranken bei, die sich unserem Gebet empfohlen haben.
Barmherziger Gott, du hast deinen Sohn gesandt als Heiland aller Völker. Wir
preisen dich und danken dir, jetzt und in Ewigkeit.
Der Gekreuzigte mit Maria und Johannes
(Ferrara, um 1350))
Der Herr segne uns.
Er behüte uns vor allem Bösen
und führe uns bis ins ewige Leben.
(Gedenktage)
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