Dienstag
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3. Aug.: Dienstag, 18. Woche II A

Lesungen: Jer 30,1-2.12-15.18-22; Mt 15,1-2.10-14

Nach vielen Gerichtsworten eröffnet der Prophet einen hoffnungsvollen Ausblick in eine bessere Zukunft. Im Evangelium ermutigt Jesus zu einer persönlichen Öffnung von einem engherzig-kleinlichen Gesetzesverständnis zum wahren Sinn der Wegweisung Gottes..



Christus, der Lehrer seiner Jünger,
sei mit euch.


Christus, du schenkst die Gabe der Unterscheidung.
Herr, erbarme dich.

Du lehrst den wahren Sinn von Überlieferungen.
Christus, erbarme dich.

Du sprichst von der inneren Reinheit.
Herr, erbarme dich.


Heiliger Gott. Du hast deine Gemeinde zur Heiligkeit berufen. Du befähigst uns schon in dieser Welt zu einem neuen Leben. Vergib uns, wenn wir dennoch immer wieder versagen. Sende uns deinen Geist und lass uns erfahren, dass du die Herzen der Menschen verwandelst. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

 

Christus, vor ihm der Schreiber
(Evangeliar, vor 950 in St. Gallen geschaffen, wahrscheinlich vom Augsburger Bischof Ulrich, der St. Galler Schüler war, seinem Freund Eberhard, dem ersten Abt von Einsiedeln als Geschenk überreicht, denn Ulrich unterstützte das Kloster im Finstern Wald in der Gründungszeit.


 

 



Lesung
:
Jer 30,1-2.12-15.18-22:

Rettung - Heilung - Wiederherstellung


Das Wort, das vom Herrn an Jeremia erging: So spricht der Herr, der Gott Israels: Schreib dir alle Worte, die ich dir gesagt habe, in ein Buch!

Ja, so spricht der Herr: Arg ist dein Schaden, unheilbar deine Wunde. [Niemand verschafft dir Recht.] Für das Geschwür gibt es keine Heilung, keine Genesung gibt es für dich. Alle deine Freunde haben dich vergessen,sie kümmern sich nicht mehr um dich. Denn wie ein Feind schlägt, so habe ich dich geschlagen mit harter Züchtigung [wegen deiner vielfachen Schuld und deiner zahlreichen Sünden].

Was schreist du über deinen Schaden und dein arges Leiden? Wegen deiner vielfachen Schuld und deiner zahlreichen Sünden habe ich dir das getan. So spricht der Herr: Seht, ich wende das Geschick der Zelte Jakobs, seiner Wohnstätten erbarme ich mich. Die Stadt soll auf ihrem Schutthügel aufgebaut werden, die Burg auf ihrem alten Platz stehen. Lobgesang wird dort erschallen, die Stimme fröhlicher Menschen.

Ich will ihre Zahl vermehren, sie sollen nicht weniger werden; ich will ihnen Ehre verschaffen, sie sollen nicht verachtet werden. Die Söhne Jakobs werden sein wie ehedem, seine Gemeinde wird vor mir bestehen bleiben, doch alle seine Unterdrücker ziehe ich zur Rechenschaft.

Sein Machthaber wird ihm selbst entstammen, sein Herrscher aus seiner Mitte hervorgehen. Ich gewähre ihm Zutritt, sodass er mir nahen kann; denn wer sonst dürfte sein Leben wagen, um mir zu nahen? - Spruch des Herrn. Ihr werdet mein Volk sein und ich werde euer Gott sein.


Zu Jer 30,1-2.12-15.18-22: Eine neue Zukunft

Nach vielen Drohworten folgt bei Jeremia eine Trostschrift. Obwohl es schlecht steht um das Volk, verheisst ihm Gott eine bessere Zukunft: den Aufbau eine neuer Heimat, Leben und Frohsinn, Wiederherstellung nach der Zeit der Züchtigung. Jeremia nennt aber weder den Namen „Jerusalem“ noch das davidische Königshaus. Israel muss sich befreien von allzu festgefahrenen Vorstellungen der Erwählung eines Ortes oder einer Familie. Gottes Wege führen weiter.


Bilder:

Jeremia mit seinem Schreiber (G. Doré  1883)
Geschwür
Jubilierende Spielleute (Miniatur)
Israels Töchter beim Reigentanz (Miniatur, griechischer Codex Vaticanus)

 

Im Angesicht der Engel will ich dir psallieren,
Herr, mein Gott.  (Ps 138,1; RB 19,5)


Psalm 102
,16-21.29.22: Der Herr baut Zion wieder auf
                                                     und erscheint in seiner Herrlichkeit.



Die Völker fürchten den Namen des Herrn
und alle Könige der Erde deine Herrlichkeit.
Denn der Herr baut Zion wieder auf
und erscheint in all seiner Herrlichkeit.

Er wendet sich dem Gebet der Verlassenen zu,
ihre Bitten verschmäht er nicht.
Dies sei aufgeschrieben
   für das kommende Geschlecht,
damit das Volk, das noch erschaffen wird,
   den Herrn lobpreise.

Denn der Herr schaut herab aus heiliger Höhe,
vom Himmel blickt er auf die Erde nieder;
er will auf das Seufzen der Gefangenen hören
und alle befreien, die dem Tod geweiht sind.

Die Kinder deiner Knechte
   werden (in Sicherheit) wohnen,
ihre Nachkommen vor deinem Antlitz bestehen.
damit sie den Namen des Herrn
   auf dem Zion verkünden
und sein Lob in Jerusalem.

Engel (M. Chagall, 1970, Zionsfenster, Fraumünster Zürich)
 

    

Ruf zum Evangelium

Halleluja. Halleluja.
 Rabbi, du bist der Sohn Gottes,
du bist der König von Israel.
(Joh 1,49b)
Halleluja.
    

 

 
Evangelium
:
Mt 15,1-2.10-14:

Von Reinheit und Unreinheit

Da kamen von Jerusalem Pharisäer und Schriftgelehrte zu Jesus und sagten: Warum missachten deine Jünger die Überlieferung der Alten? Denn sie waschen sich nicht die Hände vor dem Essen.

Und er rief die Leute zu sich und sagte: Hört und begreift: Nicht das, was durch den Mund in den Menschen hineinkommt, macht ihn unrein, sondern was aus dem Mund des Menschen herauskommt, das macht ihn unrein.

Da kamen die Jünger zu ihm und sagten: Weißt du, dass die Pharisäer über deine Worte empört sind? Er antwortete ihnen: Jede Pflanze, die nicht mein himmlischer Vater gepflanzt hat, wird ausgerissen werden. Lasst sie, es sind blinde Blindenführer. Und wenn ein Blinder einen Blinden führt, werden beide in eine Grube fallen.

In jener Zeit verließ Jesus die Menge und ging nach Hause. Und seine Jünger kamen zu ihm und sagten: Erkläre uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker.

Er antwortete: Der Mann, der den guten Samen sät, ist der Menschensohn; der Acker ist die Welt; der gute Samen, das sind die Söhne des Reiches; das Unkraut sind die Söhne des Bösen; der Feind, der es gesät hat, ist der Teufel; die Ernte ist das Ende der Welt; die Arbeiter bei dieser Ernte sind die Engel.

Wie nun das Unkraut aufgesammelt und im Feuer verbrannt wird, so wird es auch am Ende der Welt sein: Der Menschensohn wird seine Engel aussenden und sie werden aus seinem Reich alle zusammenholen, die andere verführt und Gottes Gesetz übertreten haben, und werden sie in den Ofen werfen, in dem das Feuer brennt. Dort werden sie heulen und mit den Zähnen knirschen.

Dann werden die Gerechten im Reich ihres Vaters wie die Sonne leuchten.

Wer Ohren hat, der höre!

Zu Mt 15,1-2.10-14: Unechtes Brauchtum
Eine bloss „äussere“ Reinheit im Sinn der „Tradition“, zählt in den Augen Jesu nicht. Das äussere Image ist leicht zu „schönen“. Dagegen braucht es Mut, der Wahrheit ins Gesicht zu sehen, oder wie Jesus sagt, das innere Böse, „das aus dem Mund herauskommt“, sich einzugestehen und zu korrigieren. Wenn sich der Sinn eines religiösen Brauchtums (hier ursprünglich eine sinnvolle Hygienevorschrift!) in der Praxis ins Gegenteil verkehrt, urteilt Jesus hart über solche Blindheit und über „blinde Blindenführer“.

Bilder: Christus (Duccio 1311)
Pharisäer (Duccio 1311)
Händewaschen
Blinde Blindenführer (P. Bruegel  + 1569)

 



Fürbitten


Herr Jesus Christus, Sohn Gottes: Wir bitten dich:


Für die Kirche: Stehe ihr bei in den Stürmen und im Dunkel unserer Zeit.

Für alle Getauften: Ermutige sie immer wieder zum Wagnis des Glaubens.

Für Menschen, die unter Sorgen und Ängsten leiden: Schenke ihnen neues Vertrauen.


Für uns selber: Lass uns heute deine Nähe erfahren.
 

Gütiger Gott, du hörst alle, die zu dir rufen. Zeige dich als Vater und gewähre, was uns zum Heil dient. So bitten wir, im Heiligen Geist, durch ihn, Christus, unsern Herrn.

Der Gekreuzigte mit Maria und Johannes
(Chartres, 13. Jh.)

 

Der Herr segne uns.
Er behüte uns vor allem Bösen
und führe uns bis ins ewige Leben.

 

Gedenktage


Benno
stammte aus schwäbischem Adel, wurde Domherr in Strassburg, liess sich aber 906 als Einsiedler am Grab Meinrads im „Finstern Wald“ nieder, wo er mit Gefährten betete und arbeitete. König Heinrich I. berief den angesehenen Eremiten 927 zum Bischof von Metz. Der Schwabe Benno stiess aber in Metz, der altehrwürdigen Metropole Lothringens, auf Opposition gegen die königliche Einflussnahme. Er wurde von Feinden geblendet und vertrieben. Benno kehrte nach Meinradszell zurück, wo er als „Vater“ der Einsiedler verehrt wurde. Für Benno nahm der König eine Abtei in Aussicht. Noch zu Lebzeiten Bennos (934) kam Eberhard, der Gründerabt, in den Finstern Wald. Er sammelte die Einsiedler in einem Kloster nach der Regel Benedikts. Benno starb am 3. Aug. 940. - In Einsiedeln gedenkt man heute auch aller Heiligen und Seligen des Klosters, denen kein eigener Fest- oder Gedenktag gewidmet ist.

Bilder: Einsiedeln: :Auf dem Weg zur Klosterkirche
Einsiedeln: Gnadenkapelle. Sie steht an der Stelle des ersten Oratoriums der Einiedler

 



Lydia
, aus Thyatira in Lydien, war Purpurhändlerin. In Philippi, wo Paulus sein Wirken auf europäischem Boden begann, nahm Lydia den Apostel gastfreundlich auf. Sie bekehrte sich mit ihrem ganzen Haus zu Christus und wurde eine treu besorgte Helferin des Apostels. Er nahm die gern gewährte Hilfe aus Philippi dankbar an, während er es vermied, finanzielle Hilfe von andern Gemeinden für sich in Anspruch zu nehmen.

Bilder:
Paulus (Georgien, 7. Jh.)
Lydia (Russische Ikone)

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