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Gotteswort

18. Mai 2018


Freitag der 7. Osterwoche

Die Aufarbeitung einer Schuld oder eines Verdachtes, ist unerlässlich, wenn eine innere Belastung oder die Blockierung des zwischenmenschlichen Verhältnisses behoben werden sollen. Heute geht es in der Apostelgeschichte um die Ebene des Zusammenlebens im Staat, im Evangelium um das Verhältnis des Petrus zu Jesus. Petrus ist uns Vorbild.

Hl. Johannes I. (g)

Papst, Märtyrer

Johannes I., Papst (523–526), musste auf Befehl des Ostgotenkönigs Theoderichs nach Konstantinopel reisen, damit der Kaiser Massnahmen gegen die Arianer zurücknehme. Johannes wurde vom Kaiser ehrenvoll empfangen, brachte aber die von Theoderich gewünschten Resultate nicht zurück. Der König nahm darum den Papst in Ravenna ungnädig auf und hielt ihn fest. Er starb wenige Tage später.

Kyrie

Christus, du hast Petrus gefragt, ob er dich liebt. Herr, erbarme dich.
Du hast Petrus den Hirtendienst anvertraut. Christus, erbarme dich.
Du hast Petrus in deine Nachfolge gerufen. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Allmächtiger Gott, du hast deinen Sohn erhöht und den Heiligen Geist gesandt, um uns zum ewigen Leben zu führen. Gib, dass wir durch den Empfang dieser grossen Gabe im Glauben wachsen und dir aus ganzem Herzen dienen. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Apg 25,13–21

Paulus vor dem Statthalter Festus

Einige Tage später trafen König Agrippa und Berenike in Cäsarea ein, um Festus ihre Aufwartung zu machen. Sie blieben mehrere Tage dort.

Da trug Festus dem König den Fall des Paulus vor und sagte: Von Felix ist ein Mann als Gefangener zurückgelassen worden, gegen den die Hohenpriester und die Ältesten der Juden, als ich in Jerusalem war, vorstellig wurden. Sie forderten seine Verurteilung, ich aber erwiderte ihnen, es sei bei den Römern nicht üblich, einen Menschen auszuliefern, bevor nicht der Angeklagte den Anklägern gegenübergestellt sei und Gelegenheit erhalten habe, sich gegen die Anschuldigungen zu verteidigen.

Als sie dann zusammen hierher kamen, setzte ich mich gleich am nächsten Tag auf den Richterstuhl und liess den Mann vorführen. Bei der Gegenüberstellung brachten die Kläger keine Anklage wegen solcher Verbrechen vor, die ich vermutet hatte; sie führten nur einige Streitfragen gegen ihn ins Feld, die ihre Religion und einen gewissen Jesus betreffen, der gestorben ist, von dem Paulus aber behauptet, er lebe.

Da ich mich auf die Untersuchung dieser Dinge nicht verstand, fragte ich, ob er nach Jerusalem gehen wolle, um sich dort deswegen richten zu lassen. Paulus jedoch legte Berufung ein; er wollte bis zur Entscheidung der kaiserlichen Majestät in Haft bleiben. Daher gab ich Befehl, ihn in Haft zu halten, bis ich ihn zum Kaiser schicken kann.

Paulus ein Römer

In seiner Apostelgeschichte zeigt Lukas wiederholt, dass die römischen Autoritäten mit Christen korrekt umgehen. Christen nehmen das Martyrium auf sich, drängen sich aber nicht vor, um Märtyrer zu werden. Wenn ihm Unrecht geschieht, nimmt Paulus den Schutz der Autorität in Anspruch, weil er kein Gesetz verletzt hat. Von der Seite seiner jüdischen Volksgenossen wurde Paulus wegen einer Frage angeklagt, die nach Auffassung des Römers Festus rein religiöser Natur war. Es ist die Frage, ob der gekreuzigte Jesus lebt.

Antwortspalm

Psalm 103,1–2.11–12.19–20b


R: Der Herr hat seinen Thron errichtet im Himmel.


Lobe den Herrn, meine Seele,
und alles in mir seinen heiligen Namen!
Lobe den Herrn, meine Seele,
und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat:

Denn so hoch der Himmel über der Erde ist,
so hoch ist seine Huld über denen, die ihn fürchten.
So weit der Aufgang entfernt ist vom Untergang,
so weit entfernt er die Schuld von uns.

Der Herr hat seinen Thron errichtet im Himmel,
seine königliche Macht beherrscht das All.
Lobt den Herrn, ihr seine Engel,
ihr starken Helden, die seine Befehle vollstrecken.

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja. Der Heilige Geist wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. Halleluja.

Evangelium

Joh 21,1.15–19

Der Auferstandene und Petrus

Danach offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal. Es war am See von Tiberias und er offenbarte sich in folgender Weise.

Als sie gegessen hatten, sagte Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weisst, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Lämmer!

Zum zweiten Mal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weisst, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe!

Zum dritten Mal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Da wurde Petrus traurig, weil Jesus ihn zum dritten Mal gefragt hatte: Hast du mich lieb? Er gab ihm zu Antwort: Herr, du weisst alles; du weisst, dass ich dich lieb habe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe!

Amen, amen, das sage ich dir: Als du noch jung warst, hast du dich selbst gegürtet und konntest gehen, wohin du wolltest. Wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken und ein anderer wird dich gürten und dich führen, wohin du nicht willst.

Das sagte Jesus, um anzudeuten, durch welchen Tod er Gott verherrlichen würde. Nach diesen Worten sagte er zu ihm: Folge mir nach!

Die Liebe als Voraussetzung des Hirtendienstes

Die dreimalige Frage Jesu erinnert an die dreimalige Verleugnung Jesu durch Petrus. Im Sprachspiel des griechischen Textes fragt Jesus zweimal nach der „Agape (Liebe)“ des Petrus. Bist du bereit, so hingebend zu lieben wie ich? Petrus antwortet etwas anders: Ja, du bist mein „Freund (philein)“. Das heisst: Ich schätze dich, wie du bist. Jesus hat sich für Petrus entschieden und erklärt: „Weide meine Lämmer, meine Schafe“. Bei der dritten Frage nimmt Jesus das Wort des Petrus von der „Freundschaft“ auf. Nun ist Petrus betroffen (auch in der Erinnerung an seine dreimalige Verleugnung); nun kann Petrus seinem Meister ganz folgen. Nun besteht eine tiefe Einheit und Liebe zwischen Jesus und Petrus. So kann Petrus den Hirtendienst im Geist Jesu erfüllen. Die „Schafe“ gehören Jesus, nicht Petrus. In diesem Nachtragskapitel des Johannesevangeliums scheint die Frage der Nachfolge Jesu reflektiert zu werden.

Fürbitten

Herr Jesus Christus, du bist der gute Hirt. Wir bitten dich:

  • Für unsern Papst, dass er seine Brüder stärken kann.
  • Für die Bischöfe: Mache sie zu Boten des Friedens und der Versöhnung.
  • Für die Autoritäten in Staat und Gesellschaft: Erleuchte sie für ihren Dienst.
  • Für uns selber und für alle, die hier beten: Sende uns den Geist der Liebe.

Denn du bist heimgekehrt zum Vater und spendest den Lebensspender, den Heiligen Geist. Dir sei Lob und Preis in alle Ewigkeit.

Schlussgebet

Gütiger Gott, durch die Teilnahme am heiligen Sakrament tilgst du unsere Schuld und gibst uns Nahrung auf dem Weg unserer Pilgerschaft. Lass uns in der Kraft dieser Speise zum ewigen Leben gelangen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.